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IV: DISKUSSION UND AUSBLICK
Der mikrobielle Ölabbau ist ein äußerst komplexer stoffwech
selphysiologischer Vorgang, dessen Anforderungen an die Versorgung
mit Nährstoffen und Spurenelementen stark divergieren. Zusätzlich
ist der Abbau einer Substanz konzentrationabhängig. Die Menge der
angebotenen Substrate bestimmt deren Abbaugeschwindigkeit. Dies
ist zum Beispiel beim raschen Abbau des Naphthalins im Bunker c-
Ansatz ohne Supplementation zu erkennen (Abb. 4). Zu vergleichba
ren Ergebnissen kommen auch Gunkel und Dahlmann (1987) bei einem
ähnlichen Versuch mit Bunker C-Öl, bei dem selbst bei 4°C ein ra
scher Naphthalinabbau beobachtet wurde.
Die vorliegenden Experimente zeigen zunächst, daß Supplementa-
tionen den Ölabbau fördern. Allerdings wird bei bestimmten Verbin
dungen der Abbau nicht beeinflußt oder sogar gehemmt. Der Ver
gleich von zwei Abbauversuchen des gleichen Öls (Bunker C ohne und
mit Supplementation mit 0,1 NP) zeigte weiterhin deutliche Unter
schiede im quantitativen wie qualitativen Abbau der Kohlenwasser
stoffe. Dies betrifft besonders die erste Phase des Abbaus
(Abb. 3, Abb. 6 und 7), und kann auf die zu Beginn der Inkubation
um eine Zehnerpotenz größere Zahl ölabbauender Bakterien zurück—
geführt werden. Die Zusammensetzung und Menge der verfügbaren
Nährsalze beeinflußt offenbar, welche Kohlenwasserstoffe bevorzugt
angegriffen werden. Nur so ist z. B. die unterschiedliche Abbauge—
schwindigkeit des Naphthalins im Bunker C-Ansatz im Experiment 1
zu erklären. Die Supplementation mit 0,1 NP bewirkte hier im Ver
gleich zum unsupplemtierten Ansatz einen intensiveren Abbau der
n-Alkane und einen verzögerten Abbau des Naphthalins (Abb. 3
und 4). Im Gegensatz dazu ist es bisher nicht möglich zu erklären,
warum die Hopane und Sterane nach sechs Wochen Inkubation in ver
gleichbaren Ansätzen unterschiedlich stark angegriffen waren. Man
kann davon ausgehen, daß Bakterienpopulationen im Verlauf dieser
langen Inkubationszeit keinen Unterschied mehr in der Zu
sammensetzung aufweisen (Tagger et al., 1983), so daß zu prüfen
ist, ob es sich lediglich um experimentelle Fehler handelt. Mög-