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Full text: Biologischer Abbau von Erdölkohlenwasserstoffen in der Nordsee unter besonderer Berücksichtigung von schwer abbaubaren Komponenten, die als Leitsubstanzen für die chemisch analytische Überwachung der Meeresumwelt dienen sollen

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Deutlich erkennbar wird der unterschiedliche Abbau der öle: 
Der Abbau verläuft ohne Supplementation wesentlich langsamer. Be 
sonders auffällig ist die bereits bekannte Abbauresistenz des ver 
zweigten langkettigen Pristans, das hier ohne Zugabe von Nährsal 
zen maximal zu 15 bis 35 % reduziert wird. Durch die Zugabe der 
NP-Salze wird der Abbau der Kohlenwasserstoffe insgesamt stark be 
schleunigt, der Abbau des Pristans liegt nun bei 85 - 100 %. Al 
lerdings scheint die Effektivität des bakteriellen Angriffs in un 
terschiedlichem Maß durch die Zugabe von NP-Salzen beeinflußt zu 
werden. Die . aliphatischen Kohlenwasserstoffe des Ekofisk-Rohöls 
und des MFO werden im supplementierten Ansatz wesentlich schneller 
abgebaut als die des Bunker C. Eine deutliche Förderung ist hier 
nur für den Abbau des n-Cao-Alkans erkennbar. Unterschiedlich ist 
auch die Resistenzzeit des Pristans, das im Fall des MFO erst nach 
frühestens 14 Tagen angegriffen wurde. 
Der unerwartet geringe Abbau der n-Alkane in den MFO-Ansätzen 
nach 7 Tagen (ohne NP) und nach 14 Tagen Inkubation (mit 0,1 NP) 
ist als Artefakt anzusehen. Für jede chemische und mikrobiologi 
sche Untersuchung wurden seperat inkubierte Ansätze verwandt. Es 
ist daher denkbar, daß eine Inhomogenität des Ausgangsmaterials 
(z B. öl, Bakterienzahl, Bakterienpopulation, bakterienfressende 
Protozoen) einen langsameren Abbau des Öls bewirkten, als in den 
zum früheren Zeitpunkt untersuchten Ansätzen. 
Abbildung 4 zeigt den Verlauf des bakteriellen Abbaus von 
Naphthalin für die drei untersuchten öle. Es fällt auf, daß die 
Nährsalze den Naphthalinabbau lediglich im Rohöl-Ansatz fördern, 
während im MFO- und Bunker C-Ansatz die zugegebenen Nährsalze eine 
deutliche Retardation des Abbaus bewirken. 
Die Naphthalinkonzentration des Ekofisk-Rohöls (Abb. 4, oben) 
sinkt im supplementierten Ansatz nach 7 Tagen bereits um 70 %, im 
unsupplementierten Ansatz dagegen um 20 %. In guter Übereinstim 
mung damit sind die unterschiedlichen Wachstumskurven der 
naphthalinabbauenden Bakterien zu interpretieren (Abb. 1) : Im sup 
plementierten Ansatz sinkt die Zahl dieser Bakteriengruppe nach 
14 a Tagen nahezu auf ^den Ausgangswert, da zu diesem Zeitpunkt ihr 
spezielles Substrat aufgebraucht ist (Abb. 4). Im unsupplementier-
	        
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