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Volltext : Geologisch-geomorphologische Untersuchungen in der Iberischen Tiefsee zur Beurteilung von Vermischungs- und Transportfragen im Rahmen eines Monitoring-Programms für die Einbringung schwach radioaktiver Abfälle

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Tiefenwasserneubildung  im  Nordatlantik  zumindest  gegenüber  heute
abgeschwächt  war.

8.5.3.5  Einordnung  der  Gegenwart  und  Vorausschau
(dazu  Anlagen:  Heinrich,  1988)
Die  Ablagerungsgeschichte  der  letzten  130.000  Jahre  hat  die
Bedeutung  von  Klima  und  Klimaveränderungen  für  die  sedimentären
und  ozeanographischen  Vorgänge  in  Nordost-Atlantik  herausgestellt. ­
  Mit  Hilfe  der  Eisdriftstratigraphie,  die  von  den  Variationen ­
  der  Erdbahnparameter  gesteuert  wird,  ließ  sich  der  Ablauf
der  Vorgänge  mit  Zeitmarken  versehen.
Klimaveränderungen  sind  immer  dann  besonders  kräftig,  wenn  sich
Extrempositionen  der  Präzession  und  der  Ekliptikschiefe  überlagern. ­
  Während  der  letzten  130.000  Jahre  war  das  um  114.000,  um
35.000  und  um  72.000  J.v.h.  der  Fall,  wo  es  zu  rapiden  Abkühlungen ­
  mit  großer  Akkumulation  von  Festlandseis,  Eisdrift  auf  dem
Nordostatlantik  und  Meeresspiegelabsenkung  kam.  Der  nächste
Kulminationszeitpunkt  beider  Erdbahnparameter  sollte  etwa  um
10.000  Jahre  nach  heute  sein.  Die  von  der  Präzession  gesteuerte
Insolation  hatte  ihr  letztes  Minimum  (Sommerinsolationsminimum)
vor  ca.  600  Jahren.  Diesem  Minimum  folgte  auf  der  Nordhalbkugel
eine  Klimaverschlechterung  (Kleine  Eiszeit),  in  der  die  Polarfront ­
  um  mehrere  hundert  Kilometer  nach  Süden  vorrückte  und
vereinzelt  Eisberge  die  Azoren  erreichten.  Im  NOAMP-Gebiet  führte
dies  zum  Eintrag  von  eisverdriftetem  Quarzsand  und  polaren
Foraminiferen.  Als  Ende  der  Kleinen  Eiszeit  wird  die  Mitte  des
neunzehnten  Jahrhundert  angenommen.  Seitdem  beobachtet  man  einen
Anstieg  der  Temperaturen  und  einen  Rückzug  der  Inlandsgletscher.
Trotzdem  ist  die  Diskussion  um  das  Ende  der  Kleinen  Eiszeit  nicht
abgeschlossen.
Ein  wichtiger  Punkt  in  geologischer  Sicht  ist  der  Einfluß  des
Klimas  auf  die  Intensität  der  Taylor-Säulen  (vgl.8.3.4).  Zeiten
mit  gemäßigtem  Klima,  wie  sie  gegenwärtig  herrschen,  haben  eine
intensive  Tiefenwasserdynamik,  d.  h.,  relativ  starke  Strömungen,
Tiefseestürme  und  tiefreichende  Wasserwirbel.  Daraus  resultiert
eine  bedeutende,  hangabwärtsgerichtete,  resuspensive  Umlagerung
von  feinkörnigem  Sediment,  wie  es  sich  an  der  tiefenabhängigen
Korngrößenverteilung  der  Oberflächensedimente  zeigt.  In  den
Kaltphasen  mit  einer  weit  südlich  liegenden  Polarfront  scheint
der  dynamische  Zustand  des  Tiefenwassers  wesentlich  ruhiger  zu
sein  (vgl.  8.5.3.4).
Eine  deutliche  Meeresspiegelabsenkung  hat  die  Abkühlung  des  14.
bis  19.  Jahrhunderts  nicht  begleitete.  Aus  diesem  Grund  wurden
wohl  auch  keine  größeren  Suspensionsströme  am  isländischen  Inselsockel ­
  ausgelöst.  Unter  den  gegenwärtigen  Verhältnissen  dürfte
auch  mit  keinen  Suspensionsströmen  und  Turbiditsedimentation  zu
rechnen  sein,  es  sei  denn,  ein  großes  Erdbeben  löst  einen
Hangrutsch  bei  Island  aus.
Der  zukünftige  Verlauf  der  sedimentären  Prozesse  wird  von  der
Entwikklung  des  atmosphärischen  Klimas  abhängen.  Ein  beträchtlicher ­
  Anteil  am  Temperaturanstieg  im  Verlauf  des  zwanzigsten
Jahrhunderts  wird  dem  anthropogenen  Eintrag  von  Gasen,  die  Infrarotstrahlen ­
  absorbieren  (CO2,  etc.),  zugeschrieben.  Sollte  die
            
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