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Full text: Geologisch-geomorphologische Untersuchungen in der Iberischen Tiefsee zur Beurteilung von Vermischungs- und Transportfragen im Rahmen eines Monitoring-Programms für die Einbringung schwach radioaktiver Abfälle

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wesentlichen auf dem Dreizack und in der ihn umgebenden Ebene 
gezogen, um den Einfluß des Reliefs eleminieren zu können. 
Die Kerne wurden im Geologischen Institut der Universität Göt 
tingen geöffnet, beschrieben und sedimentologisch untersucht 
(Abschlußbericht Göttingen; Dipl.Arbeiten). Relativalter-Datie 
rungen (stabile Sauerstoff- und Kohlenstoffisotope, paläomag- 
netische und mikropaläontologische Stratigraphie) an zwei Kernen 
vom Dreizack wurden im Geologischen Institut der ETH Zürich 
durchgeführt. Der Mineralbestand und die Zusammensetzung der 
Grobkornfraktion wurden im DHI untersucht. 
3.5.3 Ergebnisse 
3.5.3.1 Alterseinstufungen 
(dazu Anlagen: Heinrich, 1983; Hsü et al., 1986; Jantschik & 
Lohoff, 1987) 
Der 9 m lange Kern Me69-17 von der Westspitze des Dreizacks 
sollte als Referenzkern dienen, da er augenscheinlich eine unge 
störte Sedimentabfolge enthielt. Zur Datierung wurden die Ver 
hältnisse der stabilen Sauerstoff- und Kohlenstoffisotope in den 
Kalkgehäusen von benthischen (Pyrgo murrhenia) und planktonischen 
(Globigerina bulloides) Foraminiferen gemessen. Das Isotopenpro- 
fil ist mit bekannten Abfolgen bis ca 130.000 Jahre vor heute 
vergleichbar (entsprechend 3 m Kerntiefe), die restlichen 6 m 
lassen sich aber nicht mehr einstufen. Eine Neudatierung über die 
Zusammensetzung des kalkigen Nanoplanktons (Coccolithen) und die 
Magnetisierungsrichtungen (Magnetostratigraphie) im Kern ergaben 
an der Basis ein Alter von etwa 3,1 Millionen Jahre (Grenzbereich 
Unter-/Ober-Pliozän). Außerdem fehlt sicher der Zeitabschnitt 
150.000 bis 900.000 J.v.h.. 
Die Sedimentabfolge ist in diesem Kern somit unvollständig und 
als Referenz nicht geeignet. Weiterhin zeigte sich, daß die 
sicher identifizierbaren Marken der relativ genauen Sauerstoff- 
isotopen-Methode zeitlich noch zu weit auseinander liegen, womit 
sich diese klassische Datierungsmethode als wenig hilfreich zum 
Erreichen des Teilziels erwies. 
Völlig überraschend ließ sich dann mit Hilfe der Grobfraktions 
analyse eine neue Datierungsmethode entwickeln, die in ihrer 
Genauigkeit und in der Anzahl der Zeitmarken alle bisherigen 
relativen Methoden wie die oben genannten übertrifft. Ihre 
Anwendbarkeit ist bis 130.000 J.v.h. nachgewiesen. 
In der Grobfraktionsanalyse werden die Arten der Sedimentpartikel 
in der Korngrößenfraktion > 130 um bestimmt und deren prozentuale 
Verteilung ermittelt. Das grobkörnige pelagische Sediment im 
NOAMP-Gebiet besteht zu wechselnden Anteilen aus planktonischen 
Foraminiferen und kontinentalem Eisdrift-Detritus. Letzteres 
besteht zu über 80 % aus Quarzkörnern. Bei der Zählung der 
Foraminiferen wurden nur die Arten Neogloboquadrina pachy- 
derma(s), Glogigerina bulloides, Orbulina universa, Globorotalia 
inflata, G. truncatulinoides, G. hirsuta und G. scitula berück 
sichtigt. N. pachyderma (s) ist typisch für den polaren Klimabe 
reich (Wassertemperaturen <2°C), G. inflata für den gemäßigten
	        
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