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Eine weitere Rutschung fand sich am Rand des Suspensionsstrom-
Mäanders in der Ebene östlich des Dreizacks. Vermutlich entstand
dieser Körper durch den Einsturz oder das Zusammensacken der
übersteilten Böschung einer untermeerischen Erosionsrinne. Das
Sediment ist hier ebenfalls stark verfaltet und der Schichtver
band ist in Schlammgerölle zerlegt.
über die flächenhafte Häufigkeit von Hangrutschen kann keine
Aussage getroffen werden. Sie sind vermutlich an allen Berghängen
die Regel, obwohl am Dreizack nur einer mit einem Kern erfaßt
wurde. Es ist aber zu bedenken, daß ein Hangrutsch zwei un
terschiedliche Erscheinungsformen hat. Zum einen tritt er in
positiver Form als verlagertes Sedimentpaket auf. Zum anderen
hinterläßt er an seinem Ursprung als negative Form in der unge
störten Schichtenabfolge eine Lücke, da Ablagerungen, die einen
bestimmten Ablagerungszeitraum umfassen, entfernt worden sind.
Die Schichtlücken sollten eher im oberen Bereich eines Berges zu
finden sein, die Rutschkörper dagegen bevorzugt im unteren Hang
bereich. Dies entspricht der Beobachtung von fehlenden Zeitab
schnitten in einigen Kernen aus den höheren Lagen des Dreizacks
und dem Vorkommen einer abgeglittenen Sedimentmasse am Fuß des
Berges.
Unter der Voraussetzung, daß die Schichtlücken durch Rutschungen
entstanden sind, lassen sich die Zeitpunkte der Rutschereignisse
auf die Zeit vor 130 000 Jahre vor heute zurück datieren. Im
NEA-Versenkungsgebiet fand sich aber ein auf eine Hangrutsch
zurückzuführender lokaler Turbidit mit einem Alter von ca. 300
Jahren.
8.4.4 Suspensionsströme (turbidity currents)
(dazu Anlagen: Heinrich, 1986 b; Jantschik & Lohoff, 1987;
Meischner, 1987; Lohoff, 1987)
Die Turbidit-Sedimente im NOAMP-Gebiet setzen sich aus zwei
Grundkomponenten zusammen. Ausgangsmaterial sind basaltische
Silte und Sande vom untermeerischen Südosthang von Island. Durch
Erosion inkorporierten die Suspensionsströme auf dem Weg nach
Süden pelagisches Sediment, sodaß als Turbidit-Sediment eine
Mischung beider Komponenten zur Ablagerung kommt. Im NOAMP-
Gebiet ist dieser Sedimenttyp flächenmäßig stark differenziert.
Regional lassen sich zwei Sedimentationsregime auseinander hal
ten: die breite West-Ost-Senke bei 47°20' N mit ihren mäandrie-
renden Haupt- und Nebenkanälen, und die N-S-streichenden Rinnen
und mit ihren lagigen Schüttungskörpern.
Der Hauptkanal zeichnet das Tiefste des West-Ost-Tales nach. In
ihm werden von einem einzigen Suspensionsstrom bis zu 2 - 3 sm
breite ur.d mehr als 20 m tiefe Furchen in den Meeresboden ero
diert. Durch Sedimentation aus dem langsamen Schwanz des Suspen
sionsstromes wird der Hauptkanal zum Teil wieder mit schwarzen,
basaltischen Sanden verfüllt. Die Mächtigkeit dieser Fällung kann
mehr als 4 m zu betragen (Kern Me69-14). Die Erosionsleistung der
Suspensionsströme ist in den PARASOUND-Profilen aus dem Bereich
des West-Ost-Tales deutlich zu erkennen. An den benachbarten
Berghängen keilen die Turbidithorizonte etwa 150 - 200 m über dem
Boden des Hauptkanals aus. Dementsprechend dürfte auch die
vertikale Erstreckung eines Suspensionsstromes sein. An den