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Full text: Geologisch-geomorphologische Untersuchungen in der Iberischen Tiefsee zur Beurteilung von Vermischungs- und Transportfragen im Rahmen eines Monitoring-Programms für die Einbringung schwach radioaktiver Abfälle

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8.4.2 Probennahme 
Turbiditische Sedimente und verrutschte Sedimentpackete lassen 
sich mit Hilfe einer sedimentechographischen Kartierung und durch 
Beprobungen mit einem Kernlot untersuchen. Im Projekt wurden 
beide Techniken mit Erfolg angewendet. 
Die flächenhafte sedimentechographische Kartierung wurde mit dem 
3,5 kHz Subbottom Profiler (SBP) von FS Sonne durchgeführt. Die 
Qualität der Aufzeichnungen aus den Tiefsee-Ebenen war einiger 
maßen gut, solange ein ebener Meeresboden vorlag. Bei welligem 
Boden mit Wellenlängen von etlichen Zehner- bis Hundertermeter 
und Wellenhöhen von mehreren Metern bis Zehnermetern bestanden 
die Aufzeichnungen nur aus Interferenzfiguren. Die gleichen 
Phänomene treten bei der Annäherung an Berge auf. Die Ursache ist 
der wenig gebündelte Schallkegel mit einem Öffnungswinkel von 
50°, der bei einer Frequenz von 3,5 kHz vorliegt. Aus diesem 
Grund war die Interpretation einiger wichtiger akustischer Sedi 
mentstrukturen zweifelhaft. Ein glücklicher Zufall ermöglichte 
die Teilnahme an der wissenschaftlich-technischen Erprobungsfahrt 
des neuen FS Meteor ins NOAMP-Gebiet. Das Schiff ist mit dem 
neuentwickelten parametrischen Sedimentecholot "PARASOUND" 
ausgestattet. Neben einer dem 3.5 kHz-SBP vergleichbaren Ein 
dringtiefe ermöglicht die höhere Ausgangsfrequenz von ca. 20 kHz 
eine deutlich bessere Auflösung von Sedimentstrukturen. Durch die 
damit verbundene engere Schallbündelung sind Interferenzerschei 
nungen reduziert. Problematische Sedimentstrukturen in der 
Tiefsee-Ebene ließen sich mit Hilfe dieses Gerätes einwandfrei 
interpretieren. In bergigen Arealen erschöpfen sich jedoch auch 
die Qualitäten des "PARASOUND"aufgrund der Reflexion des Schall 
bündels an einer schiefen Ebene. Hangrutschstrukturen waren 
deshalb auch mit dieser modernen Technik nicht zu erfassen. 
Kleinskalige Internstrukturen von Rutschkörpern und Turbiditen 
sind nur mit Hilfe unmittelbarer Beprobung durch ein Kernlot 
festzustellen. Da bei der Probenahme aus den oben beschriebenen 
Gründen speziell im Fall der Hangrutsche eine geophysikalische 
Vorerkundung nicht möglich ist, mußte man sich auf das Glück 
verlassen. In mindestens einem der Kerne war das dann auch der 
Fall. Die Beprobung wurde mit dem Göttinger Kolbenlot, haupt 
sächlich mit 6 m und 12 m Rohrlänge, durchgeführt. Bedingt durch 
seine einfache Konstruktion bestach das Gerät in seiner einfachen 
Handhabung, seiner Zuverlässigkeit und seinem hohen Kerngewinn. 
Für die Kernentnahme aus den Turbiditserien wurde in Göttingen 
ein Gerät für den Einsatz mit einem 24 m - Rohr umgerüstet. Das 4 
t schwere Kolbenlot arbeitete ebenso problemlos wie das 1,5 t 
schwere Standardlot. 
3.4.3 Hangrutsche 
(dazu Anlagen: Jantschik & Lohoff, 1987; Meischner, 1987; Lohoff, 
1987) 
Am nördlichen Hangfuß des Dreizacks wurde mit dem Kern Me69-15 
ein 6 m mächtiges, gerutschtes Sedimentpaket durchteuft. Ver- 
faltungen, schlierige Gefüge und durcheinander lagernde Stücke 
von unterschiedlichen Sedimenttypen weisen diesen Sedimentkörper 
als Hangrutsch aus.
	        
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