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Full text: Geologisch-geomorphologische Untersuchungen in der Iberischen Tiefsee zur Beurteilung von Vermischungs- und Transportfragen im Rahmen eines Monitoring-Programms für die Einbringung schwach radioaktiver Abfälle

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nicht auf Kalklösung zurückzuführen ist. Die Kalklösungsgrenze 
liegt vermutlich geringfügig tiefer als 5000 m Wassertiefe. Die 
Unterschiede im Kalkgehalt sind vielmehr auf eine Kalkanreiche 
rung durch Entfernung von silikatischem Ton auf dem Berg und eine 
Tonanreicherung in der Tiefsee-Ebene zurückzuführen. Dies wird 
auch durch die Unterschiede in den Korngrössenspektren bestätigt. 
Auf dem Dreizack beträgt der Sandanteil (> 63 um) etwa 50 %, in 
der Tiefsee-Ebene im Mittel 15 %. 
Die Differenzierungen in der Sedimentzusammensetzung sind demnach 
auf Umverteilungsvorgänge am Meeresboden zurückzuführen, da der 
Materialtransport von der Meeresoberfläche nach unten auf die 
Fläche bezogen als statistisch gleichmäßig anzusetzen ist. An 
dieser Umverteilung von feinkörnigem Sediment sind vermutlich 
zwei wichtige Prozesse beteiligt: benthonische Organismen bringen 
Sedimentpartikel in Resuspension und hangabwärtsgerichtete 
Bodenwasserströmungen transportieren die Schwebfracht in die 
Täler. Durch Strömungsmessungen und Modellrechnung wurde im 
ozeanographischen NOAMP-Projekt nachgewiesen, daß der Dreizack 
von einer im Uhrzeigersinn rotierenden Taylor-Säule eingehüllt 
ist. Experimente mit in 4000 m Wassertiefe driftenden Bojen 
zeigten, daß der westliche Nachbarberg des Dreizacks (Mount 
Molly, siehe Karte) ebenfalls eine Taylor-Säule besitzt (H. 
Klein, mündl. Mitteilung). In den bodennahen Reibungsschichten 
(Ekman-Schicht) dieser Taylor-Säulen findet ein hangabwärts 
gerichteter Wassertransport statt, der in der Lage ist, aufgewir 
beltes feinkörniges Sediment von Bergen in die Tiefsee- Ebenen zu 
befördern. 
Strömungsmessungen und Sedimentproben aus anderen Teilen des 
NOAMP-Gebietes deuten darauf hin, daß Taylor-Säulen und die damit 
verbundene Umlagerung von feinstkörnigem Sediment spezifische und 
bedeutende Prozesse in der gebirgigen Tiefsee sind. 
8.4 Gravitative Massenverlagerungen 
8.4.1 Allgemeine Einführung 
Ober das zeitliche Verhalten von Hangrutschen und Suspensions 
strömen ist noch relativ wenig bekannt. Voraussagen über die 
Wahrscheinlichkeit ihres Auftretens sind bisher nahezu unmöglich, 
da zu wenig über die auslösenden Faktoren bekannt ist. Auslöser 
für submarine Hangrutsche können z.B. eine hohe Sedimentauflage 
mit einem labilen Böschungswinkel oder Erdbeben sein. Bei 
Hangrutschen wird allgemein damit gerechnet, daß sie episodisch 
auftreten. Dies würde dann auch für lokale Suspensionsstrom- 
Ereignisse in der Tiefsee gelten, die sich in Folge eines ins 
Gleiten geratenen Hangrutsches bilden können. Megaturbidite haben 
ihren Ursprung ausschließlich an den oberen Kontinentalhängen. 
Nur hier stehen Sedimentmassen von mehreren Zehner km 3 Sediment 
als Resourcen zur Verfügung. Als Auslöser derartiger Ereignisse 
vermutet man vor allen Dingen Meeresspiegelschwankungen in 
Größenordnungen von mehreren Zehnermetern; in bestimmten Regionen 
auch Erdbeben.
	        
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