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Schwere) zu eliminieren, müssen die Daten der Schweremessung mit
Tiefenangaben aus dem NBS-Lot verknüpft werden. Die Lotwerte
waren aber durch im Wasser befindliche Luftbläschen (hoher See
gang) stark verfälscht, sodaß die Bouguer-Schwerewerte in Teilen
des Gebietes nicht vertrauenswürdig sind.
8.2.3 Reliefgenese
Die erhöhten Werte der einfache Bouguer-Schwere bestätigen die
basaltischen Kerne der Rücken. Die reduzierten Schwere-Werte über
den Senken und Tälern weisen hingegen auf mächtigere Sedimentfül
lungen hin. Die magnetische Kartierung des Zentralgebietes
westlich des Dreizacks ergab, daß der Meeresboden von der
Magnetanomalie 21 in Westen und der Anomalie 24 im Osten begrenzt
wird. Dies entspricht einem Alter der Basaltkruste von 55
Millionen Jahre (Ma) am Dreizack und 49 Ma am Westrand (unteres
Unter-Eozän bis unteres Mittel-Eozän). Der Ostrand des NOAMP-
Zentralgebietes bei 13°40'N dürfte demnach ein extrapoliertes
Alter von etwa 60 Ma (unteres Ober-Paläozän) haben.
Das breite, W-E -verlaufende Tiefsee-Tal zwischen 47°20’N und
47°30'N wird in der Literatur einer ozeanischen Bruchzone
zugeordnet. Anhand der S-förmigen Umbiegung der Magnetanomalien
ist zu erkennen, daß der südliche Rand der Bruchzone im Vergleich
zum nördlichen um 15 bis 17 km lateral nach Osten verschoben ist.
Möglicherweise handelt es sich bei dieser Struktur um die
östliche Verlängerung der nicht mehr aktiven Maxwell Bruchzone.
In den Aufzeichnungen der tief in den Meeresboden eindringenden
AirGun-Seismik fanden sich auch keine Hinweise auf eine rezente
tektonische Aktivität.
Die Sedimentbedeckung der Basaltkruste ist im NOAMP-Gebiec sehr
unregelmäßig. Während sie auf den Rücken und Tiefsee-Bergen
geringmächtig zu sein scheint {<50 m), besitzen die Senken und
Täler eine mehr als 100 m mächtige Füllung. Der Unterschied in
der Mächtigkeit wird durch gravitative Hangab-Umlagerungen wie
Resuspension und Hangrutsche und laterale Sedimentanlieferung
durch Suspensionsströme (Turbidite) verursacht. Der Anzeil der
Turbidite an der Gesamtsedimentmenge scheint sehr bedeutend zu
sein. Ihr Einfluß ist jedoch regional sehr unterschiedlich.
Nördlich von 47°N liegt das mittlere Meeresbodenniveau der
Senken bei 4500 m, südlich 47°N bei 4800 m. Die Differenz von 300
m scheint in der im Süden fehlenden Turbiditzufuhr begründet zu
sein, worauf auch das sehr unausgeglichene Relief der W-E -
verlaufenden Täler hindeutet.
Die turbiditischen Sedimente sind im Maury Channel an der
unregelmäßigen Lagerungsstruktur und in den seitlichen Tälern an
den scharfen, parallelen Reflektoren zu erkennen. Die Zufuhr von
turbiditischem Sediment in den nördlichen Teil der großen
NOAMP-Box geschieht durch das Maury-Channel-Turbidity-Current
System. Dieses System, das seinen Ursprung am isländischen
Inselsockel hat, füllt mit Hilfe von Suspensionsströmen die
nordostatlantischen Tiefsee-Ebenen bis in die Biskaya hinein mit
ungeheuren Sedimentmassen auf. Sein südlichster Ausläufer
erreicht das NOAMP-Gebiet von Norden in dem weiten Tal bei
21°30'W. Am Südrand der oben erwähnten Bruchzone werden die
Suspensionsströme an der abgescherten Stirn eines N-S -streichen
den Rückens nach Osten reflektiert. Von dort durchlaufen sie das