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Volltext: Geologisch-geomorphologische Untersuchungen in der Iberischen Tiefsee zur Beurteilung von Vermischungs- und Transportfragen im Rahmen eines Monitoring-Programms für die Einbringung schwach radioaktiver Abfälle

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ungestörte Sediment wird dann mit Hilfe der Röntgendurchlicht- 
Photographie auf Rutschungsstrukturen untersucht. Weiterhin 
wurden bodenmechanische Parameter wie Sedimentdichte, Wasser 
gehalt und Überlagerungsdruck gemessen. 
Suspensionsströme entstehen in der Folge von Hangrutschen, wenn 
der abgleitende Sedimentverband in turbulente Bewegung gerät und 
sich auflöst. Ihre spezifische Dichte beträgt zwischen 1.1 und 
1.3 g/cm 3 . Man kann zwischen lokalen Strömen, die auf Rutschkör 
per mit Abmessungen subaerischer Hangabgleitungen zurückzuführen 
sind, und Mega-Suspensionsströmen, in denen viele km 3 Sediment 
mobilisiert sind, unterscheiden. Letztere haben ihren Ursprung 
ausschließlich untermeerisch an den oberen Kontinentalhängen und 
Inselsockeln. Von dort bewegen sie sich mit Geschwindigkeiten bis 
zu 60 km/h in die Tiefsee, wo sie dann auf etlichen 10.000 km 2 
Meeresboden mehrere Meter für die Tiefsee untypischen Sediments 
(Turbidit) ablagern. Turbidite sind sedimentechographisch leicht 
an ihren Lagerungsverhältnissen und in Kernen anhand ihrer 
Materialzusammensetzung und ihren internen Sedimentstrukturen zu 
erkennen. Lokale Ströme haben entsprechend kleinere Ausmaße. Sie 
sind in Kernproben schwer zu erkennen, da das transportierte 
Material zumeist dem des Ablagerungsortes entspricht. Ihre 
Identifikation kann nur durch eine Grobkornanalyse 
vorgenommen werden. 
6.5 Ablagerungsgeschichte 
Aussagen über das Sedimentationsgeschehen erhält man u. a. aus 
der Grobfraktion der Sedimente (Partikel >130 pm). Biogene und 
abiogene Komponenten werden mit Hilfe eines Binokulars iden 
tifiziert, gezählt und zueinander ins Verhältnis gesetzt. Als 
Indikatoren für Veränderungen im Ozean gelten im Nordost-Atlantik 
die temperatur- und salzgehaltsabhängige Vergesellschaftungen 
planktonischer Foraminiferen und während der Kaltzeiten durch 
Eisberge verdriftetes kontinentales Sediment. 
Die zeitliche Auflösung von Sedimentationsprozessen hängt von der 
Akkumulationsrate der Sedimente und von dem Vorhandensein guter 
Zeitmarken in der Sedimentsäule ab. Eine der wichtigsten Probleme 
wird deshalb das Herausarbeiten von möglichst engständigen 
Zeitmarken sein, um in Zeitskalen zu gelangen, die für die 
Deponierung radioaktiver Abfälle im und auf dem Meeresboden 
relevant sind. 
Für den Zeitraum, der für eine Einordnung der rezenten Vorgänge 
interessant ist (die letzten 130 000 Jahre), bot sich die 
Anwendung der Sauerstoffisotopen-Stratigraphie an. Diese nicht im 
DHI vorhandene Meßmöglichkeit sollte als Auftrag an eine 
geeignete Universität vergeben werden. Als zusätzliche Zeitmarken 
waren im Nordost-Atlantik nach Literaturangaben radiometrisch 
datierte Vulkanaschelagen zu verwenden. Weitere Altersangaben 
sind über Vergleiche mit bekannten Sedimentabfolgen von anderen 
Orten im Nordost-Atlantik zu erhalten. Weiterhin dienlich sind 
Kalkgehaltsprofile, die im Vergleich mit bekannten Profilen 
Auskunft über die Altersgliederung der Sedimentsäule geben 
können.
	        
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