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Volltext : Geologisch-geomorphologische Untersuchungen in der Iberischen Tiefsee zur Beurteilung von Vermischungs- und Transportfragen im Rahmen eines Monitoring-Programms für die Einbringung schwach radioaktiver Abfälle

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alternierend  kalkige  und  mergelige  Sedimente  abgelagert.  Im
Rhythmus  von  ca.  11.000  Jahre  steht  die  Sedimentation  für  mehrere
100  bis  1000  Jahre  unter  dem  Einfluß  von  polarem  Oberflächenwasser, ­
  das  mit  Treibeis  und  Eisbergen  silikatisches  Material  aus
dem  nordwestatlantischen  Raum  herantransportiert.  Zu  diese  Zeiten
herrschen  in  den  bodennahen  Wasserschichten  ruhigere  Strömungsverhältnisse, ­
  geringere  Sauerstoff-  und  erhöhte  Kohlendioxidgehalte ­
  vor.  In  den  obersten  20  bis  30  cm  des  Sedimentes  kristallisiert ­
  dann  häufig  Dolomit  in  den  Porenräumen  aus.  Der  letzte
kühle  Klimaabschnitt  war  vermutlich  die  Kleine  Eiszeit  von  1400
bis  1350  n.  Chr.,  in  der  Eisberge  bis  auf  die  Höhe  der  Azoren
drifteten  und  kontinentales  Sediment  über  dem  NOAMP-  Gebiet
verloren.  Während  der  gemäßigteren  Klimaabschnitten  ist  das
Tiefenwasser  stärker  bewegt  und  gut  mit  Sauerstoff  belüftet.

Mit  der  periodischen  Eisdrift  auf  dem  Nordost-Atlantik  ist
mittelbar  oft  die  Anlieferung  von  turbiditischem  Sediment  durch
das  Maury-  Channel-Suspensionsstrom-System,  das  seinen  Ursprung
am  isländischen  Inselsockel  hat,  verbunden.  Auslöser  für
voluminöse  Suspensionsströme  sind  wahrscheinlich  größere
Meeresspiegelabsenkungen  während  sehr  kalter  Klimaperioden.  Dabei
werden  verstärkt  Sedimentmassen  am  oberen  Inselsockel  abgelagert,
die  beim  Überschreiten  des  kritischen  Böschungswinkels  ins
Gleiten  geraten.  Auf  dem  Weg  durch  das  zentrale  NOAMP-Gebiet
erodieren  die  Suspensionsströme  in  ihrem  Hauptkanal  bis  zu  30  m
tiefe  und  5  sm  breite  Rinnen,  die  nur  teilweise  wieder  mit  Sanden
verfällt  werden.  In  den  vom  Hauptkanal  abzweigenden  Seitentälern
wird  beim  Durchgang  eines  Suspensionsstromes  weniger  erodiert  als
feinkörniges  Material  sedimentiert.

Durch  die  Anbindung  der  periodischen  Eisdrift  an  einen  astronomischen ­
  Erdbahnparameter  (halbe  Periode  der  Präzession  =  11.000  ±
1000  Jjläßt  sich  die  Gegenwart  in  den  systematischen  Klimaablauf
der  jüngeren  geologischen  Vergangenheit  einbinden.  Kaltphasen
werden  durch  die  Präzessionswinkel  n=90°  (Sommerinsolationsminimum) ­
  und  n=270°  (Winterinsolationsminimum)  gesteuert.  Das  letzte
Sommerinsolationsminimum  war  um  1350  n.  Chr.  und  hat  vermutlich
die  Eisdrift  während  der  Kleinen  Eiszeit  verursacht.  Da  die
Eisakkumulation  in  dieser  Zeit  nicht  zu  einer  markanten  Absenkung
des  Meeresspiegels^geführt  hat,  war  auch  nicht  mit  der  Auslösung
von  Suspensionsströmen  zu  rechnen.

Für  die  Voraussage  der  langfristigen  Entwicklung  des  Klimas,  das
alle  Sedimentationsprozesse  mittelbar  steuert,  gewinnt  die  anthropogene ­
  Beeinflußung  an  Bedeutung.  Bei  einer  gleichbleibenden
oder  milderen  Klimasituation  dürfte  aufgrund  der  geologischen
Untersuchungen  im  Nordost-Atlantik  langfristig  kaum  mit  einer
größeren  Veränderung  der  sedimentären  und  hydrographischen  Verhältnisse ­
  zu  rechnen  sein.  Eine  länger  andauernde  Abkühlung
dürfte  zu  einem  deutlichen  polaren  Einfluß  im  Oberflächenwasser
und  ruhigeren  Verhältnissen  im  Tiefenwasser  führen.
            
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