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Einleitung
Der Eintrag von Schwermetallen in die Nordsee hat drei
hauptsächliche Quellen. Man unterscheidet Punktquellen wie
den fluvialen Eintrag (Eintrag durch die Flüsse) und die
Verklappung von Industrieabfällen von diffusen Quellen wie
dem atmosphärischen Eintrag (Kersten et al. 1988).
Durch den fluvialen und atmosphärischen Eintrag gelangen
sowohl natürliche, in Verwitterungsprodukten lithogener
Minerale enthaltene Metalle wie Al, Ti, V, Mn und Fe, als
auch überwiegend durch anthropogene Aktivitäten frei ge
setzte Schwermetalle wie Cd, Hg, Co, Ni, Cu, Zn und Pb in
das Ökosystem Nordsee. Die häufigsten lithogenen Minerale
in Schwebstoffen sind Tonminerale und Alumosilicate
(Feldspäte) sowie Quarz.
Für die Metalle Nickel, Kupfer, Zink und Quecksilber ist
der atmosphärische Eintrag von untergeordneter Bedeutung
(<10%). Sie zeigen ein den Nährstoffen analoges Verhalten,
d.h.ihre Verteilung wird primär durch Biokreisläufe
bestimmt.
Blei hingegen wird zu mehr als 30% atmosphärisch in die
See transportiert.
Für Eisen, Vanadium, Mangan, Kobalt und Chrom sind sowohl
der atmosphärische Eintrag als auch die Assoziation mi t
»POM« (partikuläres organisches Material) und im Falle des
Eisens, die in situ-Bildung von Oxiden von Bedeutung
(Chester 1982).
Die anorganischen und organischen Schwebstoffe der Wasser
säule (TSM = total suspended matter), insbesondere die
Feinfraktion, akkumulieren aufgrund ihrer großen und
aktiven Oberfläche Spurenmetalle.
Schwebstoffe mit genügend hoher Dichte sinken irgendwann
zu Boden und werden als belastetes Sediment abgelagert.
Mit der Nahrungsaufnähme von am Boden lebenden Organismen
gelangen die Schadstoffe in das Nahrungsnetz. Durch Wind
und Gezeiten werden außerdem Teile des Sedimentes in
flacheren Seegebieten resuspendiert und z.B. durch Rück
lösung wieder für biologische Prozesse verfügbar gemacht
(Kersten und Kröncke 1990).
Hohe Konzentrationen von Al(Fe,Ti,V) gehen mit großen TSM-
Gehalten einher und deuten auf das Vorherrschen von
resuspendiertem Material hin, während POC (partikulärer
organischer Kohlenstoff), Kupfer und Cadmium mit kleinen
TSM - Gehalten korrelieren. Die Zusammensetzung des TSM
ist daher in flachen Seegebieten (10-40m) eher ton- und
oxidhaltig, während der organische Anteil in Gebieten
größerer Tiefe überwiegt (Kersten et al. 1988).