Beih. I z. d. Annalen d.Hydrogi - . u. marit. Metcorol., Jahrg. 1
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A. Allgemeiner Bericht.
I. Einleitung.
Es ist zu dem, was in den Jahresberichten für 1895 und 189(5 gesagt
worden ist über die Veränderungen in der Umgebung der Seewarte nichts
weiteres hinzuzufügen.
II. Zur Geschichte der Deutschen Seewarte.
1. Allgemeines.
Zu Ende des Jahres 189(5, im Beginne des Monats Dezember, trat Herr
Kapitän z. S. a. D. F. Mcuss in die durch den Abgang des Kapitäns z. S. z. D.
H. Chüden freigewordene Stelle ein.*) Die in der Folge eingetretenen Ver
änderungen im Personal werden im Abschnitte IV des Näheren bezeichnet werden.
Die Direktion kann nicht umhin, hervorzuheben, dafs die Secwartc im
Laufe des Berichtsjahres vielfach durch Erkrankungen des Personals heimge
sucht worden ist. Im übrigen ist der Fortgang der Arbeiten des Instituts viel
fach durch Ausfall von Arbeitskräften beeinflusst worden.
Am 24. September dos Berichtsjahres ist der Direktion durch den Tod
eines ihrer treuesten Mitarbeiter Carl Hinrich Seemann ein empfindlicher
Verlust zugefügt worden. Es kann die Direktion nicht umhin, auch an dieser
Stelle den Nachruf zum Abdrucke zu bringen, welcher in dem Oktoberheft 1897
der „Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie“ dem Verstorbenen
gewidmet worden ist; derselbe lautet:
t Carl Hinrich Seemann,
geboren den 19. Januar 1843 in Cuxhaven, gestorben den 24. September 1807 in Hamburg.
Wenn auch nach längerem Leiden, so ist doch plötzlich und unerwartet der
Assistent der Deutschen Seewarte, Kapt. Seemann, aus diesem Leben geschieden.
Ein deutscher Seemann im wahren Sinne des Wortes, war er, seitdem er selbständig
als Schiffsfilhrer zu wirken berufen war, bemüht, an der Vervollkommnung und dem
Ausbau nautischer Kenntnisse innerhalb des Berufskreises, dem er sein Leben ge
widmet hatte, mitzuwirken. Schon als Führer hamburgischer Schiffe zeichnete er
sieh durch ernstes Streben aus und war einer der eifrigsten Mitarbeiter zur See der
Deutschen Seewarte. Da er zu jener Zeit vorzugsweise in der Fahrt nach den ßcis-
häfen Indiens und zurück beschäftigt war, so hatte er sattsam Gelegenheit, in dem
Indischen Ozean die Bedeutung der Ausführung wissenschaftlich - meteorologischer
Aufzeichnungen zur See zu erkennen und deren Anwendung auf die Navigirung zu
erproben. Die Mittheilungen aus seiner Feder sind heute noch, wenn sie auch nicht
immer in dem Gewände einer streng geschulten Sprache gehalten sind, Beläge für
*) Siehe Jahresbericht für 1S9G, Seite 1 u. 2.