662 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1912,
eine Beschränkung eintreten, So wurde die Arbeit für ein 5°%Feld als ab-
geschlossen betrachtet, sobald 15 Beobachtungstage vorlagen (15 Reihen von
je 6 äquidistanten Ablesungen). Jede einzelne Ablesung wurde auf 0° reduziert.
Korrektionen irgendwelcher Art wurden nicht angebracht, da sie alle 6 Ablesungen
gleichmäßig betrafen und infolgedessen keinen Einfluß auf die Natur der
Schwankung haben konnten. Aus den Barometerständen um 4% V wurde dann
das Mittel gebildet, ebenso aus denen um 8% usw, So ergibt sich eine Reihe
von 6 Barometerständen, die den mittleren Verlauf des Luftdrucks an einem
Tage darstellt. Daraus läßt sich die Amplitude der Schwankung und die Ein-
irittszeit des ‘Maximums leicht berechnen.
Das Verfahren, sich auf 15 Tage zu beschränken, hat einerseits seine
Berechtigung. In der Nähe des Aquators erfolgt nämlich die halbtägige
Schwankung des Luftdrucks mit größter Regelmäßigkeit, so daß schon kurze
Beobachtungsreihen zur Berechnung genügen. Andererseits sind bedeutende Nach-
teile nicht zu verkennen. Zunächst sind Barometerablesungen auf einem Schiffe
schwieriger als auf dem festen Land. Eine Anzahl von schlechten Ablesungen
kann aber die Brauchbarkeit des Rechenergebnisses in Frage ziehen, zumal es
sich um eine kleine Schwankung handelt. Es kommt aber noch hinzu, daß bei
der Zusammenstellung des Materials zunächst keine Rücksicht darauf genommen
ist, aus welchem Monat die Ablesungen stammen, Da die Amplitude aber am
Äquator Änderungen bis 0.2 mm innerhalb eines Jahres erleidet (März—Juli),
so können zwischen benachbarten Feldern leicht bedeutende Unterschiede ent-
stehen. Eine weitere Unsicherheit liegt darin, daß ein Schiff im Laufe von
24 Stunden fortgesetzt seine Position verändert, während die Theorie verlangt,
daß die sechs Ablesungen an einem Punkt der Erdoberfläche gemacht sind. Diese
Positionsänderungen sind in der Kalmenzone manchmal sehr gering. Diese
Tatsachen müssen bei der Diskussion der Karte der geographischen Verteilung
der Amplitude stets im Auge behalten werden.
Zunächst können aber die gesammelten Beobachtungen benutzt werden,
um überhaupt erst einmal die Natur der halbtägigen Luftdruckschwankung
über den tropischen Ozeanen zu untersuchen. Jeder Ozean ist durch ein be-
stimmtes Gebiet vertreten. Diese Gebiete sind so gewählt, daß sie innerhalb
viel befahrener Schiffahrtswege möglichst auf dem offenen Ozean liegen. Ein
Mangel an Material lag deshalb nicht vor.
Im Atlantischen Ozean wurden für das 10°-Feld 0° bis 10° N-Br., 20° bis
30° W-Lg. (internationales Feld 3) aus den Jahren 1891 bis 1908 im ganzen
1159 Tage benutzt, deren weitere Bedeutung erst im 2. Teil dieser Arbeit be-
schrieben werden kann. Aus sämtlichen Ablesungen wurden die Mittel der
Barometerstände um 4% V, 8b V usw. berechnet. Diese Mittel lassen die Schwan-
kungen des Luftdrucks innerhalb 24 Stunden deutlich erkennen, Denselben
Dienst leisten die Abweichungen der Barometerstände der einzelnen Stunden
vom Tagesmittel. Das Mittel dieser Abweichungen ohne Rücksicht auf das Vor-
zeichen gibt ein Maß für die Größe der Schwankung. Für den Indischen Ozean
wurde die mittlere Schwankung im 10°-Feld 0° bis 10° N-Br., 80° bis 90° O-Lg.
aus 74 Tagen, für den Pazifischen Ozean im Feld 0° bis 10° N-Br., 100° bis
120° W-Lg. aus 128 Tagen berechnet. Die Ergebnisse finden sich in folgender
Tabelle:
- —
Abweichungen vom Mittel in mm
1VYI8V
Mit-
taz
. Mit-
4N 8N | ter-
Inacht
. Ge- Kım-
Miet SE | samt- itrittszeit | 422
Abw Hide ‚schwan- | des | Tage
& | kung | Maxim. |
Atlantisch, 0° bis 10°N
Ozean 20° « 30°W
[ndischer 09 bis 10°N
_Ozean 80° « 90%°0
Pazifischer 0° bis 10°N
Ozean 100° « 120°W
0.71. +.58,+.30 - .90 +29 +48
- 80 +.83+.14'-1.17 +.22 ' +.50
. 744,93 14.29 |-1.14/+.28 14,37
!
0.385 0.8044. 1.6088 ‚Ob 54min: 4159
0. 66 0.9889 19778 9b 55min! 74
0.625 0.9516| 1.9032 9b 41min! 128