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4.53.2 Polreduktion
Für das zweite Beispiel wurden die Profildaten der magnetischen Modellanomalie (Inkli
nation 3 = 30°) zum magnetischen Nordpol (3-90°) reduziert (Abb. 4.23). Die Kokri-
ging-Standardabweichung (Abb. 4.24), die besonders in den Datenlücken zwischen den
Profilen relativ hohe Werte aufweist, läßt bereits vermuten, daß die Abweichung zwi
schen den transformierten Daten und der für 3 = 90° exakt berechneten Anomalie, die
zum Vergleich in Abb. 4.26 dargestellt ist, an einigen Stellen relativ groß ist. Insgesamt
betrachtet, werden jedoch die einzelnen Anomalien sowohl in der räumlichen Lage als
auch in der Größenordnung der Amplitude in überwiegender Anzahl korrekt geschätzt.
Anmerkung
Im Gegensatz zur Feldfortsetzung, die durch eine reellwertige Ubertragungsfunktion
(siehe Gl. (3-14)) definiert wird, handelt es sich bei der Polreduktion um eine Trans
formation mit einer komplexwertigen Übertragungsfunktion (siehe Gl. (3-15)). Der imagi
näre Teil von Gleichung (3-15) verursacht eine Phasenverschiebung der transformierten
Anomalie gegenüber der ursprünglichen magnetischen Anomalie. Dies bedeutet, daß die
Kreuzkovarianz zwischen der transformierten und der ursprünglichen Anomalie unsym
metrisch ist, C TZ (h) ? C T2 (-h), und bewirkt in diesem Fall unter anderem, daß die
Kokriging-Standardabweichung (Abb. 4.24) in die nördliche Richtung verschoben scheint
und auf den Profillinien nicht unbedingt die kleinsten Werte aufweist.
43.4 Vergleich mit zweidimensionalen Filterverfahren
Für einen Vergleich mit dem Ergebnis der Kokriging-Transformation wurden die mit
Kriging auf das 41 * 41 - Grundraster interpolierten magnetischen Modellanomaliedaten
(Abb. 4.13) durch zweidimensionale Filterung (Gibert und Galdeano, 1985) um 3 km nach
oben fortgesetzt (Abb. 4.27). Wählt man als Maß für die quantitative Beurteilung der
Abweichung zwischen der exakten Anomalie (Abb. 4.25) und der transformierten Ano
malie den mittleren quadratischen Fehler e t , dann ergibt sich:
e t = 2.0 nT (bei der zweidimensionalen Filterung (Abb. 4.27))
e t = 1.8 nT (bei der Kokriging-Transformation (Abb. 4.21))
Der Fehler ist also in beiden Fällen ungefähr gleich groß. Im Gegensatz zur Kokriging-
Transformation (vergl. 433.1) ist bei der Verwendung zweidimensionaler Filterverfahren
jedoch eine quantitative Fehlereinschätzung ohne Kenntnis der exakten Anomalie nicht
möglich.
Im folgenden werden die Vor- und Nachteile der Kokriging-Transformation gegenüber
den zweidimensionalen Filterverfahren zusammengestellt.