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Full text: Die Anwendung geostatistischer Verfahren zur Interpretation von gravimetrischen und magnetischen Felddaten

Im folgenden soll die Eignung des Kriging-Verfahrens zur Interpolation von Potential 
felddaten an der synthetischen magnetischen Modellanomalie (Abb. 4.9) aus Abschnitt 
4.2.2.2 untersucht werden. Die Verwendung einer synthetischen Anomalie hat den Vor 
teil, daß sich ihre Werte zu Vergleichszwecken an jedem Ort exakt berechnen und dar 
stellen lassen. 
4.4.2 Interpolation fehlerfreier Daten am Beispiel synthetischer Modelldaten 
Um eine magnetische Vermessung zu simulieren, wurde die x-y-Ebene des Modells 
(Abb. 4.8) mit einem Profilgitter überdeckt und die Modellanomalie an den Profilpunkten 
berechnet. Die Lage der Profile (siehe Abb. 4.13) wurde dabei so festgelegt, daß sie ei 
ner realen aeromagnetischen Vermessung (siehe z.B. Abb. 5.12) sehr nahe kommt. Das 
Anomalienmuster des Modells (Abb. 4.9) wird durch dieses Profilnetz nur unvollständig 
erfaßt. 
Das experimentelle Variogramm der Modellanomaliedaten und das angepaßte Potential- 
Variogramm-Modell wurde bereits in Abbschnit 4.2.2.2 (Abb. 4.7) gezeigt. Unter Ver 
wendung dieses Variogramm-Modells wurden die auf den Profilen berechneten Anoma 
liewerte mit Kriging auf das 41 * 41 - Grundraster zurückinterpoliert (Abb. 4.13). Für die 
Interpolation jedes Datengitterpunktes wurden die jeweils 60 nächstgelegenen Daten 
punkte herangezogen ("gleitende Nachbarschaft", vergl. 2.3.3). Durch diese relativ hohe 
Anzahl von Datenpunkten ist gewährleistet, daß die Dateninformation aus nahezu dem 
gesamten Einflußbereich, also aus dem Bereich, der durch die Reichweite des Vario- 
gramms (Abb. 4.7) begrenzt wird, zur Interpolation beiträgt. Ein Vergleich mit Abb. 4.9 
zeigt, daß die gekrigte Anomalie recht gut mit der tatsächlichen Modellanomalie über 
einstimmt. Selbst die durch das Profilnetz nur in den Randbereichen erfaßte Anomalie 
bei ca. km 20 E, km 25 N wird, wenn auch mit verringerter Amplitude, vollständig 
wiedergegeben. 
Der vorhergesagte Fehler, d.h. die quantitative Abschätzung der Abweichung jedes 
interpolierten vom tatsächlichen Wert der Anomalie, ist in Abb. 4.14 in Form der Kri- 
ging-Standardabweichung o k dargestellt 7 . o k ist folgendermaßen zu interpretieren: 
ca. 68% der Fehler sollten im Intervall ± o k , 
ca. 95 % der Fehler im Intervall ± 2o k und 
ca. 99% der Fehler im Intervall ± 3o k liegen. 
Üblich ist, den Vertrauensbereich von gekrigten Werten durch die doppelte Standardab 
weichung 2o k zu beschreiben, d. h. die Isolinienwerte in Abb. 4.14 müssen zu diesem 
Zweck mit dem Wert 2 multipliziert werden. Für die interpolierte Modellanomalie trifft 
diese Fehlerabschätzung an der überwiegenden Anzahl der Rasterpunkte zu. 
7 Statt der Kriging-Schätzvarianz benutzt man meist die anschaulichere Kriging- 
Standardabweichung o k , da diese dieselbe Einheit wie die untersuchte Größe hat.
	        
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