3.2
Lineare Transformationen
Wie am Beispiel der äquivalenten Schicht (3.1.3) und des rechtwinkligen dreidimensiona
len Prismas (3.1.4) gezeigt, läßt sich die Potentialfeldanomalie vieler Störkörpermodelle
im Wellenzahlbereich in einzelne Faktoren aufspalten, die von der Geometrie des Stör
körpermodells, seinen physikalischen Eigenschaften und der Art des beobachteten Fel
des abhängen (Gunn, 1975). Die Kenntnis dieser Faktoren ermöglicht die Definition einer
Vielzahl von linearen Transformationen, die auf gravimetrische und magnetische Feldda
ten angewendet werden können, um die Wirkung eines oder mehrerer Faktoren zu
eliminieren oder zu modifizieren.
Im folgenden werden einige der wichtigsten und gebräuchlichsten Transformationen
zusammengestellt. Die Ubertragungsfunktionen der entsprechenden Operatoren lassen
sich alle unmittelbar aus Gleichung (3-10) und (3-11) herleiten. Sofern die Transforma
tionen die magnetische Anomalie betreffen, muß die einschränkende Annahme getroffen
werden, daß die Richtung des Magnetfeldes und die der Magnetisierung im Untersu
chungsgebiet als ungefähr konstant betrachtet werden können.
Feldfortse tzung
Durch Konvolution mit einem Operator, dessen Wellenzahlantwort
Ö F (u,v) = H(u,v,7]) -1 = e T > (u2+v2) ' /Z (3-14)
entspricht, lassen sich gravimetrische und magnetische Felddaten in die Tiefe rj unter
halb oder die Höhe -r) oberhalb des Beobachtungsniveaus fortsetzen (Dean, 1958; Füller,
1967; Gunn, 1975).
Polreduktion
Zur Vereinfachung der Interpretation ist es manchmal günstiger, die gemessene Mag
netfeldanomalie so zu reduzieren, als wenn sie am Nordpol gemessen worden wäre.
Dazu wird die Anomalie mit einem Operator gefiltert, dessen Wellenzahlantwort durch
0 Rp (u,v) = |jR s (u,v) • R t (u,v) • J(u,v) • J(u,v)j
(3-15)
u 2 + v 2
J^i Lu + i Mv + N(u 2 +v 2 ) 1/2 ^] [ilu + i mv + n(u 2 +v 2 ) 1/2 J
gegeben ist (Gunn, 1975). Anwendungsbeispiele für die Reduktion zum Pol findet man
u.a. bei Keller et al. (1985) und Yarger (1985).