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Die Zielsetzung der vorliegenden Arbeit ist nun,
1. die generelle Eignung geostatistischer Verfahren für die Schätzung von gravime-
trischen und magnetischen Feldgrößen zu untersuchen,
2. geostatistische Verfahren mit einigen Methoden, die für die Interpretation von
Potentialfelddaten öfter eingesetzt werden, zu verknüpfen und daraus neue Inter
pretationshilfen und -möglichkeiten zu entwickeln.
Da die meisten Geophysiker mit der Geostatistik nicht sehr vertraut sein dürften,
beginnt die Arbeit mit einer relativ ausführlichen Einführung in die notwendigen Grund
lagen (Kapitel 2). Hier wird auch gezeigt, daß sich aus dem geostatistischen Kokri-
ging-Konzept eine Methode ableiten läßt, um optimale lineare Schätzung mit linearer
Transformation von regionalisierten Variablen zu kombinieren (2.4). In Kapitel 3 werden
die für die Arbeit wichtigen Beziehungen aus der Theorie der Potentialverfahren Gravi
metrie und Magnetik erarbeitet. In Anlehnung an das oft zitierte Modell von Spector
und Grant (1970) wird ein statistisches Modell für das Energiedichtespektrum von
magnetischen und gravimetrischen Felddaten hergeleitet (3.3.2 und 3.3.3). Den Hauptteil
der Arbeit bildet Kapitel 4, in dem die in den beiden vorherigen Kapiteln zunächst unab
hängig voneinander betrachteten Disziplinen miteinander verknüpft werden. Es wird ein
spezielles Vanogramm-Modell für Potentialfelddaten entwickelt (4.2), mit dem es unter
bestimmten Voraussetzungen möglich ist, die mittlere Tiefe der Störkörper, die die
Potentialfeldanomalie hervorrufen, abzuschätzen (43). Die Eignung des Kriging-Verfahrens
für die Interpolation von Potentialfelddaten wird in Abschnitt 4.4 untersucht. Für die
kombinierte Schätzung und Transformation (4.5) sowie die Feldertrennung (4.6) von
unregelmäßig verteilten Potentialfelddaten wird die Kokrlging-Methode eingesetzt. Alle
Verfahren werden im jeweiligen Abschnitt an synthetischen magnetischen Modelldaten
veranschaulicht und überprüft. Die Anwendung auf reale Felddaten erfolgt schließlich in
Kapitel 5. Anhand von gravimetrischen und aeromagnetischen Daten aus dem Bereich
der Uweinat-Safsaf-Schwelle in SW-Ägypten (5.1) sowie bodenmagnetischen Daten aus
dem Wadi Howar in NW-Sudan (5.2), die im Rahmen des Sonderforschungsbereiches 69
der Deutschen Forschungsgemeinschaft "Geowissenschaftliche Probleme in ariden
Gebieten" bearbeitet wurden, werden einige Anwendungsbeispiele und daraus resultie
rende Interpretationsmöglichkeiten gezeigt.