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13 Die Daten der Bohrung wurden der geophysikalischen Arbeitsgruppe 1986, d.h. erst
zwei Jahre nach dem Geländeeinsatz zur Verfügung gestellt. Das Bohrprofil ist ver
öffentlicht in Hesse et al. (1987).
Rand des Wadis (Abb. 5.16), die das Grundgebirge in 345 m Tiefe erreichte 13 . Auch die
Interpretation des seismischen Profils RW4, das in der Nähe des kleinräumig vermesse
nen magnetischen Meßgebiets liegt (siehe Abb. 5.16), ergibt einen Wert von 300-350 m
für die Tiefe der Sediment-Grundgebirgsgrenze (Kalkbrenner, 1988). Aus diesen Ergeb
nissen kann die Schlußfolgerung gezogen werden, daß es keine Anzeichen für die ver
mutete Grabenstruktur (vergl. 5.2.1) gibt.
Die Parameter der Modellfunktion für das radial gemittelte Variogramm (Abb. 5.18)
wurden als Startwerte für die Anpassung einer Modellfunktion an das richtungsabhängi
ge Variogramm verwendet. Das beste Ergebnis wurde ebenfalls durch zwei geschach
telte Potential-Modelle erzielt, die jedoch in diesem Fall eine elliptische Basis (4-14)
haben (Abb. 5.19)
5.2.4 Isoliniendarstellung der Totalintensität
Für das kleinräumige Untersuchungsgebiet wurde ein Isodynamen-Karte angefertigt
(Abb. 5.20). Die Isoliniendarstellung beruht auf einem gekrigten Datengitter, dessen
Gitterlinien parallel und senkrecht zur N 60° E-S 60° W-Richtung, also ungefähr parallel
zu den Profilrichtungen orientiert sind. Der Abstand zwischen den Gitterknoten beträgt
250 m. Abb. 5.21 zeigt die Kriging-Standardabweichung der interpolierten Totalintensitäts
werte.
Wie aus der Strukturanalyse (5.2.3) erwartet, zeigt die Karte ein recht komplizier
tes Anomalienmuster, das sich aus einer Vielzahl kurzwelliger Anomalien von oberflächen
nahen Inhomogenitäten des Grundgebirges und langwelligen Anomalien von wesentlich
tiefer gelegenen magnetischen Quellen im Grundgebirge zusammensetzt.
5.2.5 Feldertrennung
Unter der Annahme, daß die Feldrichtung im Untersuchungsgebiet als konstant und die
Magnetisierung des Gesteins als induziert betrachtet werden kann, ist es mit Hilfe des
Kokriging-Verfahrens möglich, die in der Strukturanalyse beobachteten Anomalie-Kom
ponenten der oberfächennahen Quellen AF^x.y) und der tiefergelegenen Strukturen
AF 2 (x,y) aus dem Gesamtfeld F(x,y) zu separieren (siehe 4.6). Da eine Trennung
zwischen der langwelligen Anomalie-Komponente AF 2 (x,y) und dem Regionalfeldterm m z
aufgrund der Kleinräumigkeit des Untersuchungsgebiet jedoch riskant ist, ist es hier
sinnvoll, AF 2 (x,y) und m z gemeinsam als eine Feldkomponente (AF 2 (x,y) + m z ) der