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Full text: Die Anwendung geostatistischer Verfahren zur Interpretation von gravimetrischen und magnetischen Felddaten

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5.2.2 Feldmessungen und Aufbereitung der Meßdaten 
Im November 1984 wurden von der Technischen Universität Berlin neben seismischen 
und geolektrischen Untersuchungen Messungen der erdmagnetischen Totalintensität im 
Gebiet des Wadi Howar, NW-Sudan, durchgeführt. Die magnetischen Messungen er 
folgten unter drei Aspekten: 
1. Abschätzung der Tiefe des (magnetischen) Grundgebirges 
2. Untersuchung der magnetischen Struktur des Grundgebirges 
3. Lokalisierung des östlichen Randes der vermuteten Grabenstruktur 
In einem Zeitraum von zwei Wochen wurde eine Gesamtanzahl von ca. 2500 Daten 
punkten auf Profilen mit einer Gesamtlänge von ca. 250 km registriert (siehe Abb. 5.16). 
Für die Messungen wurde ein Protonenpräzessionsmagnetometer verwendet. Ein zweites 
programmierbares Protonenpräzessionsmagnetometer wurde als Basisstation eingesetzt, 
um automatisch die Zeitvariationen der Totalintensität in Intervallen von einer Minute 
aufzuzeichnen. 
Die ersten Messungen erfolgten auf einem ca. 100 km langen Übersichtsprofil, das 
mit einer Richtung von ca. WSW-ENE ungefähr dem Wadi folgt. Auf diesem Profil wur 
de die interessanteste Anomalie ausgewählt und auf einem dichten Profilnetz mit einem 
Meßpunktabstand von 50 m kleinräumig vermessen (siehe Abb. 5.16). Zusätzlich wurde 
ein ca. 40 km langes Profil in ungefähr SSE-NNW-Richtung angelegt, um das Anoma 
lienmuster senkrecht zum Wadi zu kontrollieren. 
Die grundlegende Aufbereitung der bodenmagnetischen Daten, d.h. 
1. die Einordnung der Profilmeßpunkte in ein lokales x-y-Koodinatensystem, 
2. die Berechnung von Gauß-Krüger-Koordinaten und geographischen Koordinaten, 
3. die Zeitvariationskorrektur mittels der an der Basisstation registrierten Werte, 
wurde von Fechner (1987) vorgenommen. 
5.2.3 Strukturanalyse der Daten und Abschätzung der Grundgebirgstiefe 
Die Häufigkeitsverteilung der zeitvariationskorrigierten Totalintensitätswerte ist in Abb. 
5.17 als Histogramm dargestellt. Sie ist geringfügig "linksschief". Betrachtet man jedoch 
nur Werte, die größer als ungefähr 36850 nT sind, dann können die Daten in guter 
Näherung als normalverteilt betrachtet werden. Dies zeigt ein Vergleich mit einer 
ebenfalls eingezeichneten theoretischen Gauß'schen Normalverteilungskurve, die aus dem 
Mittelwert und der Varianz dieses Datenfensters berechnet wurde. Auch für die Be 
rechnung der experimentellen Variogramme wurden nur Werte aus diesem Bereich her 
angezogen.
	        
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