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Full text: Die Anwendung geostatistischer Verfahren zur Interpretation von gravimetrischen und magnetischen Felddaten

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sind aber auch in der pseudogravimetrischen Karte zu finden. Der interessanteste 
Punkt ist jedoch, daß der Safsaf-Grundgebirgs-Komplex in den pseudogravimetrischen 
Anomalien klar zum Vorschein kommt (740 km E, 2550 km N), während er in der Bouguer- 
anomalie-Karte nicht zu identifizieren ist (vergl. 5.1.4-.1). Dies läßt darauf schliessen. 
daß ein enormes Dichtedefizit unterhalb des Safsaf-Komplexes vorhanden sein muß. um 
die Schwerewirkung des anstehenden Grundgebirges in solchem Maße zu überdecken. 
Das oben postulierte "dynamische" Grundgebirgsmodell wird damit auch durch die pseudo 
gravimetrischen Anomalien gestützt. 
5.2 Bodenmagnetische Untersuchung im Gebiet des Wadi Howar (Nw-Sudan) 
5.2.1 Kurzer Abriß der Geologie und Fragestellung 
Das Wadi Howar liegt im NW-Sudan. Geologisch betrachtet überguert es den Ostsahara- 
Kraton (siehe Abb. 5.1), dessen präkambrisches Grundgebirge an einigen Stellen direkt 
ansteht. Das Grundgebirge ist hochgradig polymetamorph und hat eine granitische 
Zusammensetzung (Schandelmeler et al., 1987b). Im westlichen Teil des Wadi Howar, in 
der Nähe von Bir Rahib (Abb. 5.16), besteht es vorwiegend aus Metasedimenten unter 
schiedlicher Zusammensetzung und unterschiedlichem Metamorphose-Grad, im oberen 
Teil auch aus Amphiboliten, Grünschiefern, Eisenquarziten, und Serpentiniten (Schan- 
delmeier et al., 1987a). Im mittleren Teil des Wadi Howar, östlich von Bir Rahib, fanden 
Schandelmeier et al. (1987a) auch ein einzelnes Vorkommen von hochgradigen Metapeli- 
ten zusammen mit Marmor und Kalksilikaten, das wahrscheinlich zu einem riesigen 
Sedimentblock im Granit gehört. 
Die Sedimentdecke über dem Grundgebirge im westlichen Teil des Wadi Howar be 
steht aus klastischen Sedimenten, die vorwiegend aus mittel- bis grobkörnigem Sand 
stein gebildet sind (Hesse et al., 1987). Die Dicke dieser Sedimentschichten war in vielen 
Bereichen zur Zelt der geophysikalischen Untersuchungen (siehe 5.2.2) noch unbekannt. 
Insbesondere wurde von Geologen 12 westlich von Bir Rahib (siehe Abb. 5.16) eine größe 
re, ca. N-S streichende, ungefähr 300 km breite und 1 bis 2 km tiefe Grabenstruktur 
im Grundgebirge vermutet, deren Existenz überprüft werden sollte. 
12 Persönliche Mitteilung Prof. Dr. E. Klitzsch, 1984 (Technische Universität Berlin)
	        
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