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Einige nicht-lineare Kriging-Verfahren:
Lognormales Kriging (Kriging von lognormalverteilten Daten)
Disjunktives Kriging (Kriging von allgemein nicht-normalverteilten Daten)
Indikator-Kriging (verteilungsunabhängiges Kriging)
In der Praxis werden die nicht-linearen Verfahren wesentlich seltener angewendet als
die linearen Verfahren.
Eine Erweiterung von Kriging stellt die Kokriging-Methode (Journel und Huijbregts,
1978) dar. Mit ihr ist es möglich, eine Variable mit Hilfe einer anderen (oder mehrerer
anderer) optimal zu schätzen. Voraussetzung dabei ist, daß eine Korrelation zwischen
den Variablen beobachtet werden kann.
In den letzten Jahren sind geostatistische Methoden in zunehmendem Maße auch in
anderen Geowissenschaften (z.B. Hydrologie, Geochemie, automatisierte Kartographie)
für sehr unterschiedliche Problemstellungen eingesetzt worden (siehe z.B. Guarascio et
al., 1975; Verly et al., 1984).
Auf dem Gebiet der Geophysik wird dagegen von den leistungsfähigen Hilfsmitteln der
Geostatistik bis heute nur wenig Gebrauch gemacht. Die bisherigen Anwendungen
beschränken sich im wesentlichen auf die Verwendung von Kriging zur Interpolation
lückenhaft vorhandener geophysikalischer Daten auf regelmäßige Datengitter. Haas und
Viallix (1976) z.B. interpolierten seismische Geschwindigkeiten zwischen den Schuß
punkten mit Hilfe des gewöhnlichen Kriging-Verfahrens. Marechal (1984) interpolierte
seismische Laufzeiten zwischen den Meßstationen unter Berücksichtigung von geologi
schen Verwerfungen mit der "externen Drift"- Methode, einem Spezialfall des univer
sellen Kriging. Chiles und Gable (1984) verwendeten die gleiche Methode zur Interpolati
on von Bohrloch-Temperaturwerten auf ein dreidimensionales Gitter. Moinard (1987) be
nutzte das universelle Kriging-Verfahren zur Kartierung der Oberfläche eines Riffs
durch die Kombination von Bohrloch-Tiefen und seismischen Daten.
Eine andere Zielsetzung verfolgten Galli et al. (1984). Sie verwendeten das Kokri-
ging-Konzept um polreduzierte magnetische Anomalien in Anomalie-Komponenten aufzu
spalten, die "unterschiedlichen Frequenzbereichen" zugeordnet werden können. Der
Artikel von Galli et al. (1984) gab einen entscheidenden Anstoß für die Untersuchungen
in der vorliegenden Arbeit.
Nicht zuletzt soll noch darauf hingewiesen werden, daß eine dem einfachen Kriging
im mathematischen Formalismus entsprechende Methode, die "Kollokation nach kleinsten
Quadraten", seit Mitte der sechziger Jahre in der Geodäsie zur Vorhersage verschie
dener Größen des Erdschwerefeldes (Lotabweichung, Undulation, Schwereanomalie,
usw.) eingesetzt wird (Torge, 1975; Moritz, 1980). Aber auch von der Kollokation ist
in der Geophysik bisher nur wenig Kenntnis genommen worden, obwohl sich eine Über
tragung auf das Arbeitsgebiet Gravimetrie förmlich anbietet. Eines der wenigen Beispiele
läßt sich bei Lahmeier (1985, 1988) finden, der die Kollokation zur Approximation und
Feldfortsetzung von gravimetrischen Feldgrößen anwendete.