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Full text: Die Anwendung geostatistischer Verfahren zur Interpretation von gravimetrischen und magnetischen Felddaten

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5.1.5.2 Pseudogravimetrische Integration und Feldfortsetzung nach oben 
Um die magnetischen Daten besser mit den Schweredaten vergleichen zu können, 
wurden aus den magnetischen Anomalien mit Hilfe der Kokriging-Transformation pseudo 
gravimetrische Anomalien berechnet. Um die Anomalien auf einer einheitlichen Höhe 
miteinander vergleichen zu können, wurde die pseudogravimetriche Integration mit ei 
ner Feldfortsetzung um 4 km nach oben (das ergibt eine Gesamthöhe von 5 km Liber 
der Erdoberfläche) kombiniert 10 . Die pseudogravimetrischen Anomalien sind in Abb. 5.14 
mit einem Isolinienintervall von 250 willkürlichen Einheiten 11 aufgetragen. Die Kokriging- 
Standardabweichung (Abb. 5.15) zeigt mit ihren extrem hohen Werten (nicht nur im 
Bereich der Datenlücken, sondern auch auf den Fluglinien), daß die Meßpunktanlage für 
eine Transformation mit einer komplexwertigen Übertragungsfunktion, wie sie die pseudo 
gravimetrische Integration (3-16) darstellt, zu grobmaschig ist. Der imaginäre Anteil der 
Ubertragungsfunktion (3-16) bewirkt eine Phasenverschiebung der transformierten Ano 
malien gegenüber den ursprünglichen magnetischen Anomalien. Damit ist auch zu erkären, 
daß der Schätzfehler bzw. die Kokriging-Standardabweichung in die nördliche Richtung 
verschoben scheint und daher auf den Profillinien nicht unbedingt die kleinsten Werte 
aufweist (vergl. auch 4-.5.3.2), Die gesamte Karte ist daher äußerst kritisch zu betrach 
ten und im wesentlichen nur für eine qualitative Interpretation zu verwenden. Es soll an 
dieser Stelle jedoch noch einmal darauf hingewiesen werden, daß sich eine vergleichbare 
quantitative Fehlereinschätzung mit Standard-Filterverfahren nicht erzielen läßt. 
Bei der pseudogravimetrischen Integration wird anngenommen (vergl. auch 3.2), daß 
1. die Richtung der Magnetisierung des Gesteins im gesamten Untersuchungsgebiet 
konstant ist, 
2. die Dichte des Gesteins mit der Magnetisierung korreliert, 
3. das Verhältnis zwischen der Dichte und dem Betrag der Magnetisierung annähernd 
konstant ist. 
Es ist klar, daß in einem Gebiet mit äußerst komplizierter geologischer Untergrund 
struktur, wie dies im Bereich der Uweinat-Safsaf-Schwelle der Fall ist, diese Voraus 
setzungen nicht überall erfüllt werden. In Kombination mit der gravimetrischen Karte 
(Abb. 5.9) bietet die pseudogravimetrische Karte jedoch eine wichtige Interpretationshilfe. 
Da die Fluglinien einen engeren Abstand zueinander haben als die gravimetrischen 
Meßprofile, zeigt die pseudogravimetrische Karte mehr Einzelheiten als die Bouguerano- 
malie-Karte. Ein großer Teil der wesentlichen Merkmale des Schwerekartenausschnitts 
10 Für die Darstellung wurden die Werte an den Knotenpunkten eines regelmäßigen Daten 
gitters geschätzt, das dieselbe Orientierung und dasselbe Gitterlinienintervall hat 
wie das Datengitter der magnetischen Anomalien. Für die Abschätzung wurde wie bei 
der Interpolation der magnetischen Anomalien ebenfalls mit einer "gleitende Nachbar 
schaft" von 60 Datenpunkten gearbeitet (vergl. 5.1.5.1). 
11 Die willkürliche Einheit der pseudogravimetrischen Anomalien kommt dadurch zustan 
de, daß das Verhältnis zwischen dem Betrag der Magnetisierung III und der Dichte p 
des Gesteins auf III/p = 1 gesetzt wurde (siehe auch 3.2).
	        
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