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Full text: Die Anwendung geostatistischer Verfahren zur Interpretation von gravimetrischen und magnetischen Felddaten

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in der Größenordnung der mittleren Amplitude der Bouguer-Anomalien liegen. Es kann 
daraus die unmittelbare Schlußfolgerung gezogen werden, daß das Meßgebiet für eine 
flächenhafte gravimetrische Untersuchung mit einem zu grobmaschig angelegten Profil 
netz überdeckt wurde. Um z.B. die Standardabweichung im gesamten Untersuchungs 
gebiet unter 3 mgal zu halten, wäre ein Abstand zwischen den Profilen von ungefähr 8 km 
erforderlich gewesen 8 . Die interpolierte Schwerekarte ist daher im Bereich der Daten 
lücken mit besonderer Vorsicht zu betrachten und zu interpretieren. 
Generell läßt sich jedoch sagen, daß die Bouguer-Anomalien nur eine sehr geringe 
Korrelation zur Grundgebirgstopographie aufweisen, die an wenigen Stellen aus Bohr 
lochmessungen und der Interpretation von seismischen Untersuchungen bekannt ist 
(Burkhardt et al., 1987). Besonders das ca. ENE-WSW streichende relative Schweremi 
nimum über dem Safsaf-Grundgebirgskomplex, der in Abb. 5.7 durch Schraffur hervor 
gehoben ist, scheint im Widerspruch zur hohen Dichte des anstehenden Grundgebirges 
zu stehen. Der zunächst aufgekommene Verdacht, daß dieses Minimum aufgrund feh 
lerhafter Schwere- oder Höhendaten künstlich hervorgerufen sein könnte, wurde durch 
eine sorgfältige Prüfung des Datenmaterials ausgeschlossen. Auch die geäußerte Ver 
mutung, daß das Schwereminimum dadurch bedingt sein könnte, daß im Gebiet des 
Safsaf-Grundgebirgskomplexes die einheitlich gewählte Gesteinsdichte (2,3 g-cm 3 ) für 
die Bouguer-Plattenreduktion zu gering sei, widerlegt sich von selbst, da eine Erhöhung 
der Reduktionsdichte ja nicht eine Zunahme, sondern eine weitere Abnahme der Schwere 
bewirkt. Westlich von 29° E wird die Uweinat-Safsaf-Schwelle durch den NNW-SSE 
streichenden, ca. 250 km breiten "Misaha-Graben" eingeschnitten Overgl. 5.1.1). der 
sich aufgrund seiner relativ geringen Tiefe nur durch einen leichte regionale Abnahme 
der Schwere in WSW-licher Richtung bemerkbar macht. Diesem regionalen Trend 
überlagert sich jedoch eine Vielzahl von lokalen Schwereanomalien (so z.B. das auffällige 
Schwereminimum bei 625 km E, 2540 km N), deren Größenordnung durch eine alleinige 
Zunahme oder Abnahme der Sedimentbedeckung nicht zu erklären ist. Eine Interpreta 
tion der Schweredaten im Hinblick auf die Bestimmung der Grundgebirgstiefe wird 
dadurch sehr schwierig, wenn nicht sogar nahezu unmöglich. 
8 Bei einem Profilabstand von 8 km beträgt die maximale Entfernung, die ein Punkt 
zwischen den Profilen zum nächstgelegenen Meßpunkt annehmen kann, 4 km. Aus 
dem Variogramm der Bougueranomalien (Abb. 5.4) läßt sich für diese Entfernung eine 
Schätzvarianz von ca. 9 mgal 2 entnehmen. Dies entspricht einer Standardabweichung 
von 3 mgal.
	        
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