accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 41 (1913)

Maurer, H.: Beseitigung starker Krängungsdeviationen. 
93 
In der folgenden Tabelle ist dieses Verhältnis sowohl angenähert wie nach 
der genauen Formel für einige Beispiele angegeben, wobei h, a, 1 in Dezimetern 
gedacht sind: 
10 
0 
9 
R 
1 
1 
(genähert) 
5 
. (g 
en 
a 
u) 
x 2,14 2.20 
1 1.87 1.91 
1 1.69 1.73 
1 1.71 1.76 
Man kann also mit demselben Krängungsmagneten etwa die doppelte kom- 
pensierende Wirkung ‚leicht erreichen, wenn man ihn nur als Krängungspendel 
aufhängt. In den letzten beiden Fällen (a = ]) ist der Krängungsmagnet um 
seinen oberen Pol drehbar. Praktisch wird sich die Aufhängung des Magneten 
vertikal über dem Kompaß in Räumen unter Deck meist leicht durchführen 
lassen; es empfiehlt sich dabei, das Krängungspendel mit einer ausreichend 
weiten Schutzhülle zu umgeben, damit nicht von außen an den Magneten an- 
gestoßen werden kann, wodurch Rosenunruhe entstehen könnte. 
Bei Oberdeckskompassen stößt die Ausführung bei solchen in Steuer- 
häusern auf keine Schwierigkeiten. Bei freistehenden Kompassen würde der 
Nachteil entstehen, daß zur Anbringung des Krängungsmagneten ein besonderer 
Träger nach oben geführt werden müßte, Auf das Peilen an sich braucht die 
Einrichtung nicht störend zu wirken, da man ohnedies hoch über den Peil- 
einrichtungen bleiben muß. Selbstverständlich wäre es auch möglich, den 
Krängungsmagneten unter dem Kompaß so anzubringen, daß er um einen unter 
seinem oberen Pol gelegenen Punkt drehbar sich stets vertikal einstellt, Man 
müßte dann nur die Kompensationsmagnete für halbkreisförmige Deviation 
seitlich von der Vertikallinie durch die Kompaßmitte anbringen. 
Um einen Anhalt zu geben, welche Fehler dadurch entstehen, daß cos i = 1 
angenommen worden ist, seien für das letzte Beispiel h = 8, a =1= 1 die Werte 
von Ze in ihrer Abhängigkeit vom Neigungswinkel i selbst nach genauer- Be- 
rechnung angegeben. Man findet für: 
R 
FF, 
0° 1.761 
50 1.746 
10° 1.701 
159 | 1,628 
30° 1533 
Wäre also die Kompensation bei 10° Krängung praktisch nach der neuen 
Methode durchgeführt worden, so wäre die kompensierende Wirkung bei sehr 
kleinen Krängungswinkeln um 3.59%, stärker, bei 15° Krängung um 4.3%, und 
bei 20° Krängung um 9,9%, schwächer, als wenn man nach dem gewöhnlichen 
Verfahren mit einem 1.7mal so starken Krängungsmagneten kompensiert hätte. 
Die Übereinstimmung der Wirklichkeit mit der vorstehend gegebenen 
Theorie wurde durch folgenden einfachen Versuch an Land geprüft: Auf einem 
normalen Kompaßhause wurde in der Ostwestebene der Rose eine vertikale Tafel 
aufgerichtet, auf der durch die Magnetmitte der Rose gehende Geraden unter 
5°, 10°, 15° und 20° Neigung gegen die Vertikale eingezeichnet waren. Dann 
wurden Magnete mit ihrem OÖberende in gemessenen Entfernungen h auf diesen 
Geraden angelegt, einmal in Richtung der Geraden, das andere Mal vertikal und 
jedesmal die entstehenden Rosenablenkungen ö, und 6 gemessen. 
Beim ersten Versuch mit einem 255 mm langen Magneten, dessen Oberende 
680 mm von der Rosenmitte lag, wurde gefunden: (h — 680, a — 127,5)
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.