Meereskunde und Erdmagnetismus
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her bestehende Lücke verkleinerten. Der internationale Austausch der Eismel
dungen vollzog sich in der bisherigen Weise. Der Austauschverkehr mit den
skandinavischen Staaten erfolgte über das meteorologische Fernschreibnetz,
das dankenswerterweise vom Seewetteramt Hamburg des Deutschen Wetterdienstes '
zur Verfügung gestellt wurde.
Gelegentlich einer Tagung im September 1954 in Helsinki, an der Fachleute
der Eisdienste -aus den Ländern Dänemark, Deutschland, Finnland, Norwegen und
Schweden teilnahmen, wurde ein neuer Eisschlüssel, der den Namen "Ostsee
schlüssel"' trägt, vorgeschlagen lind von den genannten Staaten eingeführt.
Die Eiskartei wurde abgeschlossen. Diese Kartei enthält die Angaben über
Eis- und Schiffahrtsverhältnisse an den deutschen Küsten ab 1896 und von den
übrigen Küsten ab 1920. Die Arbeiten an dem Eisatlas und dem zugehörigen
Textband wurden förtgeführt. Für das Dampferhand/buch "Atlantischer Ozean,
südlicher Teil" und für das Seehandhuch "Mittlere Ostsee, östlicher Teil"
wurden die Abschnitte "Eis" neu bearbeitet.
5• Chemische Eigenschaften des Meerwassers
Im abgelaufenen Jahr wurden wiederum etwa 11000 Meerwasserproben ti
triert, eine'Arbeit, die die Heranziehung außerhalb des Instituts stehender
Hilfskräfte erforderlich machte. Das im vergangenen Jahre entwickelte einfa
che Gerät zur Bestimmung der Dichte des Meerwassers hat sich voll bewährt
und wird laufend im Laboratorium verwendet. Ein neu entworfener Rechenschie
ber zur Umwandlung der Cl-Titrationsergebnisse ermöglicht die unmittelbare
Ablesung des Salzgehaltswertes und stellt eine erhebliche Vereinfachung ge
genüber der bisher benutzten Methode dar, die mit Hilfe der "K n u d s e n -
Tabellen" arbeitete.
Die Froduktivitätsuntersuchungen wurden gelegentlich der "Gauss"-Fahrt
Juli/August 1954 in der Deutschen Bucht fortgeführt, deren Bearbeitung-be
sonders wertvolle Ergebnisse verspricht. Untersuchungen über das chemische
Verhalten von Ölrückständen im.Meerwasser wurden aufgenommen.
' 6* Physikalische Eigenschaften des Meerwassers und Instrumente
Die Instandhaltung und Prüfung ozeanographischer Meßgeräte sowie die um
fangreichen Vorbereitungen und Teilnahme an der Fahrt des VFS "Gauss" im Som
mer 1954 erforderten den vollen Einsatz aller Angehörigen des Dezernats. Die
Aufbereitung, Auswertung und Bearbeitung der auf dieser Fahrt gewonnenen Trü
bungsmessungen konnten nur durch Hinzuziehung zusätzlicher Hilfskräfte bewäl
tigt werden.
Die Entwicklungsarbeiten für Meßwertübertragungen von Schleppgeräten an
Bord und an Thermofühlern und Thermogradientfühlern wurden fortgeführt und
die Registriergeräte für Bifilarstrommesser an Bord erprobt. Die Leitfähig
keitsmethode zur Bestimmung des Salzgehaltes im Meerwasser wurde weiterer-