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Meeresphysik
3.2 Strömung
F. Janssen, H. Klein und P. Loewe
3.2.1 Monatliche geographische Verteilungen
Die Oberflächenzirkulation der Nordsee in den Jahren 2008-2011 ist in den Abbildungen 3-1
bis 3-8 monatsweise dargestellt. Durch die monatliche vektorielle Mittelung der mit dem BSH-
cmod simulierten Strömungsfelder wurden periodische Gezeitenströme weitgehend elimi
niert, so dass die Verteilungsmuster die durch Windantrieb und Dichteverhältnisse generierten
Restströme zeigen. Der generelle Überblick über die Strömungssituation ist den Abbildungen
zu entnehmen. In der folgenden Interpretation wird der Schwerpunkt auf einige wenige ex
treme Situationen gelegt.
Im Mai 2008 stellte sich - entgegen den üblichen Verhältnissen - eine ausgeprägte Nordsee
weite antizyklonale Zirkulation ein, die durch eine langanhaltende östliche atmosphärische
Zirkulation hervorgerufen wurden.
Eine außergewöhnlich starke zyklonale Zirkulation im November, insbesondere in der süd
lichen Nordsee, verbunden mit einem starken Einstrom durch den Englischen Kanal, war das
herausragende Ereignis in 2009. Dieses Ereignis spiegelt die extreme negative Luftdruck
anomalie mit einem Zentrum nordwestlich Irlands wieder, die für äußerst starke südwestliche
Winde über der südlichen Nordsee sorgte.
Bereits im Dezember 2009 setzte eine deutliche Anomalie des Nordseeausstroms in der nörd
lichen Nordsee ein, die sich im Januar und Februar 2010 noch intensivierte und somit für eine
besonders lange Ausstromphase sorgte.
In 2011 sind vor allem die dominante zyklonale Zirkulation im September und Dezember als
Besonderheiten zu nennen.