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Volltext: 54: Nordseezustand 2008-2011

Einführung 
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3.1 Einführung 
Die Nordsee ist ein flaches Schelfmeer, das über die enge Straße von Dover im Südwesten 
und eine weite Öffnung im Norden mit dem Nordatlantik verbunden ist. Die komplexen hydro 
graphischen Verhältnisse sind einerseits durch den Einstrom salzreichen Atlantikwassers, an 
dererseits durch erhebliche Süßwasserzuflüsse und den Einstrom salzarmen Ostseewassers 
über das Kattegat und das Skagerrak bedingt. In der geographischen Salzgehaltsverteilung, 
die relativ geringen jahreszeitlichen Änderungen unterliegt, bildet sich die mittlere zyklonale 
Nordseezirkulation ab. 
Während die gesamte Nordsee in der kalten Jahreszeit vertikal durchmischt ist, bildet sich 
im Sommerhalbjahr in weiten Seegebieten, in denen sich die am Meeresboden erzeugte Ge 
zeitenstromturbulenz nicht bis in die winddurchmischte Oberflächenschicht auswirkt, eine 
thermische Schichtung aus. Im Übergangsbereich zwischen Oberflächen- und Bodenschicht 
werden starke vertikale Temperaturgradienten beobachtet. Tiefe und Ausprägung dieser Tem 
peratursprungschicht bilden in der „Vegetationsperiode“ wichtige Randbedingungen für bio 
geochemische Prozesse, die oberhalb (Produktion von Biomasse) und unterhalb der sperren 
den Sprungschicht (Abbau) komplementärer Natur sind. 
Das BSH erfasst über sein marines Umweltmessnetz „MARNET“ mit 6 Messstationen 
in der Deutschen Bucht, über eine Vielzahl von Küsten- und Hochseepegeln und Eisbeo 
bachtungsstationen, aber auch durch Nutzung der Fernerkundung für den Nordseezustand 
relevante Messdaten. Unverzichtbar für die interdisziplinäre Interpretation und Bewertung ist 
die schiffsgebundene räumliche Umweltüberwachung, bei der viele physikalische und che 
mische (auch biologische) Variablen gleichzeitig an identischen Positionen bestimmt werden. 
Zentrale Bedeutung kommt dabei der seit 1998 in den Sommermonaten zum Zeitpunkt ma 
ximaler Schichtung durchgeführten Vermessung und Beprobung der gesamten Nordsee zu. 
Durch solche quasi-synoptischen und systematischen Beobachtungen wird eine Datenbasis 
geschaffen, die nicht nur die raumzeitlichen Veränderungen des Nordseezustands dokumen 
tiert und interpretierbar macht, sondern auch für die Validierung hydrodynamischer und öko 
logischer Modelle Relevanz hat. 
Für die Jahre 2008 bis 2011 werden die Besonderheiten der wesentlichen ozeanographischen 
Zustandsvariablen wie Strömung, Temperatur und Salzgehalt dokumentiert und bewertet. 
Ferner werden Seegangs- und Meereisverhältnisse, aber auch integrale Zustandsgrößen wie 
Volumentransporte durch ausgewählte Querschnitte in der Nordsee und Zirkulationsmuster in 
der Deutschen Bucht behandelt, ebenso wie Wasserstandsschwankungen, Gezeiten, Wind 
stau und Sturmfluten an der deutschen Nordseeküste.
	        
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