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Zusammenfassungen
SW bedingte. Luft und Meerestemperatur lagen beständig um etwa 1.3 К über
der Klimatologie. (OND) Ein tiefer Trog über dem NE-Atlantik war im Novem
ber mit einem extrem hohen Sturmaufkommen sowie einem massiven, rich
tungsstabilen Einstrom milder Meeresluft aus SW verbunden. Im Dezember
erreichte Hurrels NAO-Index einen Negativrekord von -2.95. Diese konträren
Bedingungen gingen mit einer drastischen Reduktion bzw. Erhöhung der Ab
kühlungsrate der Lufttemperatur einher.
2010 (34 ff.): (JFM) Der Rekordtiefststand (-2.54) des NAO-Index (Hurrel)
im DJFM-Tertial bildete sich in einer beispiellos geringen Sturmfrequenz (4)
ab. Zwar erreichte die Wintertemperatur sowohl auf Norderney, als auch in
der Deutsche Bucht den seit 1996 tiefsten Stand. Dieser übertraf jedoch den
jenigen von 1996 um fast 2 K. (AMJ) Die ANW-Witterungslage beinhaltete
einerseits richtungsstabile Kaltlufttransporte über die Nordsee, anderseits
Strahlungsüberschüsse unter Hochdruckeinfluss. Die Quartalsmittel von Luft-
und Meerestemperatur unterschritten dabei die Klimanormalwerte nur ge
ringfügig, lagen damit aber, ebenso wie im Winter, auf dem seit 1996 tiefsten
Niveau. (JAS) Die Auswirkungen des langlebigen Omegablocks über Weißrus
sland beschränkte sich im Juli auf die südöstliche Nordsee. Die eigentliche
Nordsee unterlag zunächst einer SW-lichen Anströmung und geriet ab der 3.
Dekade unter den nachrückenden Höhentrog, der im August zu einer extremen
Häufung von Tiefdrucklagen (11) führte und sich als CW-Witterungslage im Bo
dendruck abbildete. Die Lufttemperatur kletterte im Juli bei hohem Strahlungs
überschuss auf ihr dritthöchste Niveau und fiel im August auf das Klimanormal
zurück. (SON) Die im Herbstverlauf zunehmend negative Auslenkung der NAO
erreichte schließlich eine Stärke von -3.56, womit der Rekordzustand des Vor
jahresdezembers nochmals unterboten wurde. Mit Südverlagerung der Polar
front kam es - wie im Winter - zu einer extremen Häufung von Ostwetterlagen
bei sehr geringer Sturmfrequenz (6). Die Herbsttemperatur auf Norderney fiel
auf das Rekordminimum von 1993 (5.1 °C) zurück. Der Temperaturabfall der
Meerestemperatur von November auf Dezember entsprach mit -5.0 К fast der
Rekordabkühlungsrate von 1978 (-5.1).
2011 (36 ff.): (JFM) Nach 16 Monaten wechselte der NAO-Zustand im Fe
bruar in eine beständige, positive Phase. Die im Winterquartal vorherrschende
Zufuhr milder Meeresluft aus WSW wurde nur episodisch durch Kaltlufttrans
porte aus NNW und SSE unterbrochen. Die Temperatur auf Norderney, die ihr
saisonales Minimum gewöhnlich im Januar annimmt, kehrte zu dieser Zeit mit
einem beispiellos starken Anstieg (3.3 K) zur Klimatologie zurück, der sie auch
in den verbleibenden Wintermonaten folgte. (AMJ) Die Luftdruckverteilung im
April stellte sich als Überlagerung des Winter- und Sommermusters des po
sitiven NAO-Modes dar und glich damit den Verteilungen vom Juli 2006 und
2013, die mit extremen Hitzewellen einhergingen. Die Temperatur auf Norder
ney sprang auf das nach 2007 höchste Niveau (10.6 °C), die Meerestemperatur
der DB vollführte einen Rekordsprung um 4.1 К auf 7.6 °C. Obgleich der wei
tere saisonale Anstieg in einer lebhaften WSW-Strömung flacher verlief, war
es auf Norderney nur im Frühjahr 2007 wärmer. (JAS) Die Verbundhäufigkeiten
für Juli und August von Hoch- (A) und Tiefdruckwetterlagen (C) erreichten Re
kordstände von 6 und 19 Tagen. Die unbeständige Witterungsphase wurde im
September durch eine lebhafte, richtungsstabile WSW-Anströmung abgelöst,
die ab Monatsmitte antizyklonal geprägt war. Kräftige Strahlungsdefizite im
Hochsommer und ein hoher Überschuss im September führten auf Norderney
zu einem seewärtigen, auf dem klimatologischen Quartalsniveau von 16.2 °C