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Volltext : 54: Nordseezustand 2008-2011

Zusammenfassungen

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Zusammenfassungen

2  Atmosphärische  Zirkulation
Die  atmosphärische  Zirkulation  ist  der  Motor,  der  die  Entwicklung  des  ozeanographischen
  Zustands  der  Nordsee  wesentlich  antreibt  und  steuert.  Sie  steht
vielfach  am  Anfang  von  Wirkungsketten,  die  sich  über  ozeanographische  Zustandsvariablen, ­
  Verteilungsmuster  von  Schad-  und  Nährstoffen  bis  hin  zu  bioökologischen ­
  Veränderungen  erstrecken.
Zur  Charakterisierung  der  bodennahen  Zirkulation  wurden  NCEP/NCAR  Reanalysen
  der  Luftdruckverteilung  im  Meeresniveau  herangezogen,  auf  täglichen, ­
  monatlichen  und  saisonalen  Zeitskalen  ausgewertet  und  mit  klimatologischen
  Referenzzuständen  verglichen.  Als  zentrales  diagnostisches  Werkzeug
wurde  ein  Wetterlagenklassifizierungsverfahren  nach  Jenkinson  und  Collison
auf  den  genannten  Zeitskalen  eingesetzt.  Damit  wurden  nicht  nur  Zirkulationsmuster ­
  charakteristischen  Wetter-  und  Witterungslagen  qualitativ  zugeordnet.
Über  die  Berechnung  eines  repräsentativen  Nordseewindes  und  die  Identifizierung ­
  von  Sturmereignissen  wurde  auch  die  Zirkulationsstärke  quantifiziert.
Die  Auswirkungen  der  atmosphärischen  Zirkulation  werden  beispielhaft  anhand ­
  von  Lufttemperatur  und  Globalstrahlung  auf  Norderney  sowie  der  Meerestemperatur ­
  der  Deutschen  Bucht  aufgezeigt.  Anomalien  sind  stets  auf  den
klimatologischen  Referenzzeitraum  1971-2000  bezogen.  Hingegen  gelten  Rekord- ­
  oder  Rangangaben,  außer  im  Fall  von  Hurrels  NAO-Index  (1899-2013),
für  den  Zeitraum  1971  -2013.  Die  nachstehenden  Ergebnisse  für  die  Jahre  2008
bis  2011  sind  chronologisch  zusammengestellt  und  saisonal  untergliedert.  Abweichend ­
  von  meteorologischen  Usancen,  sind  hier  die  vier  Jahreszeiten  mit
den  Quartalen  des  Jahres  gleichgesetzt.
2008  (32  ff.):  (JFM)  Eine  starke  und  persistente  W-Zirkulation  mit  hohem
Sturmaufkommen  verursachte  anomal  hohe  Luft-  und  Meerwassertemperaturen ­
  in  der  DB.  (AMJ)  Die  extreme  Häufung  von  A-  und  E-Wetterlagen  im  Mai
führten  zu  Rekordhöhen  bei  Globalstrahlung  (Norderney)  und  DB-Temperatur.
(JAS)  Das  signifikant  erhöhte  Aufkommen  zyklonaler  Wetterlagen  und  demzufolge ­
  unbeständige  Witterung  bedingten  Lufttemperaturen  auf  klimatologischem
  Niveau.  (OND)  Die  Luftdruckverteilung  über  der  Nordsee  entsprach
klimatologischen  Bedingungen,  die  sich  in  den  hier  analysierten  Variablen  spiegelten ­
  bzw.  niederschlugen.
2009  (33  ff.):  (JFM)  Die  für  den  vorausgegangenen  Herbst  festgestellten  klimatologischen ­
  Verhältnisse  dauerten  an;  so  halbierte  sich  etwa  das  Sturmaufkommen ­
  gegenüber  dem  Vorjahreswinter  auf  normale  14  Tage.  (AMJ)  Die
Dominanz  von  Hochdrucklagen  ergab  sich  aus  einem  den  gesamten  April
andauernden  Omegablock  über  Skandinavien  und  persistentem  Hochdruck
über  Island  im  Juni.  Die  Lufttemperatur  stieg  im  April  um  3.1  Standardabweichungen ­
  über  das  Klimanormal,  normalisierte  sich  jedoch  trotz  weiterhin  erhöhter ­
  Einstrahlung  im  Verlauf  des  Juni  infolge  der  N-lichen  Anströmung.  (JAS)
Ursache  für  die  zyklonale  Prägung  der  Hochsommermonate  war  ein  stark  positives ­
  Ostatlantikmuster,  das  eine  sehr  stabile  Anströmung  aus  WSW,  später
            
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