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Full text: 54: Nordseezustand 2008-2011

Materialsammlung 
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Nahezu das gesamte hier präsentierte Material dient der Charakterisierung der bodennahen 
atmosphärischen Zirkulation im Nordseeraum auf täglichen (dd), monatlichen (mm), saisona 
len (qq) und jährlichen (yy) Zeitskalen. Die Auswirkungen der Zirkulation auf andere atmosphä 
rische Zustandsgrößen werden exemplarisch anhand der Entwicklungen von Lufttemperatur 
und Globalstrahlung auf Norderney aufgezeigt. Die Früchte der Analysen werden insbeson 
dere bei der Interpretation der ozeanographischen Zustände, Ereignisse und Entwicklungen 
geerntet (vgl. Kapitel 3). 
2.3.2 Datenquellen 
Allen Analysen der atmosphärischen Zirkulation liegen die Luftdruckfelder im Meeresniveau 
der „NCEP/NCAR Reanalysis I (1948-present)“ (KALNAYet al. 1996) zugrunde. Diese wurden 
als Tages- und Monatsmittelfelder von der NOAA/OAR/ESRL Physical Science Division, Boul 
der, Colorado, USA bezogen, und zwar von deren Webseite www.esrl.noaa.gov/psd. 
Die Rohdaten für die Auswertungen von Lufttemperatur und Globalstrahlung auf Norderney 
wurden vom Deutschen Wetterdienst zu Verfügung gestellt. 
2.3.3 Methoden 
Eine zentrale Rolle bei der Auswertung der Luftdruckfelder nimmt das Wetterlagenklassifi 
zierungsverfahren von JENKINSON und COLLISON (1977) ein. Eine gegenüber dem hand 
schriftlichen Original leichter zugängliche und ausführliche Beschreibung dieses Verfahrens 
findet man bei LOEWE et al. (2005). 
Für tägliche geographische Luftdruckverteilungen werden auf Basis eines Kollektivs von Git 
terpunkten (Abbildung 2-1) mittels räumlicher Differenzierungen der Druckwerte numerische 
Indizes für den geostrophischen Wind (V*) und die Wirbelstärke (Vorticity, £*) in der Nordsee 
region abgeleitet. Anhand einfacher Relationen zwischen diesen beiden Indizes werden dem 
Druckfeld kategoriale Eigenschaften aus den Mengen von 27 verschiedenen Wetterlagen und 
3 Sturmklassen zugeschrieben (z. B. Tabelle 2-2). Erstere setzt sich zusammen aus 10 reinen 
Wetterlagen, nämlich den Rotationstypen A (antizyklonal) und C (zyklonal) sowie den Rich 
tungstypen eines 8-Punkte-Kompasses (N, NE, E, ...), 2x8 hybriden Typen (AN, ANE 
CN, ...) und dem nicht klassifizierbaren Typ UNC; letztere beinhaltet die Klassen Sturm (G), 
schwerer Sturm (SG) und sehr schwerer Sturm (VSG). Die Sturmidentifizierung beruht auf 
einem POT-Verfahren (Peaks over Threshold), bei dem die Schwellwerte anhand der oberen 
Quantile (0.1,0.02 und 1/365) der Verteilung des täglichen Sturmindex (G*(V*, £*) im Zeitraum 
1971-2000 für den NCEP/NCAR Datensatz neu festgelegt wurden (LOEWE2013). 
Das Wetterlagenklassifizierungsverfahren wurde nicht nur auf tägliche Luftdruckfelder, son 
dern - abgesehen von der Unterdrückung des UNC-Typs - in gleicher Weise zur Charakte 
risierung monatlicher und saisonaler Luftdruck- und Luftdruckanomaliefelder herangezogen 
(Witterungslagen). Die Zuordnung von Sturmklassen macht auf diesen Zeitskalen ohne Ein 
führung neuer Begrifflichkeiten (und Schwellwerte) keinen Sinn und unterblieb deshalb. 
Für statistische Zwecke wurde eine Reklassifizierung vorgenommen (LOEWE et al. 2006), 
welche die Anzahl der möglichen täglichen Wetterlagen auf die überschaubare Menge von 
6 Typen, nämlich A, C, NE, SE, SW und NW, reduziert (Tabelle 2-1, reduced W. T.). 
Der für die Region repräsentative Nordseewind (vgl. Tabelle 2-1) ist ein Beiprodukt der Wet 
terlagenklassifizierung und geht aus dem in physikalische Einheiten (m/s) umgerechneten 
Windindex V* hervor. Eine vollständige Beschreibung des Verfahrens zur Bestimmung der 
statistischen Windellipsen (Abbildung 2-15) findet man bei LOEWE et al. (2005).
	        
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