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Full text: 54: Nordseezustand 2008-2011

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Atmosphärische Zirkulation 
nicht nur in der extremen Häufung von C-Lagen (11, Abbildung 2-5), sondern auch in der 
Endlosschleife von (Selbst-)Übergängen zwischen C-, NW- und SW-Zuständen (Tabelle 2-14; 
Abbildung 2-8) und dem fast vollständigen Fehlen von A-Wetterlagen (1). Die unbeständige 
Witterung dauerte im September bei instabiler WSW-Anströmung an (Tabelle 2-22). Die Luft 
temperatur auf Norderney stieg im Juli bei unverändert hohem Strahlungsüberschuss (Abbil 
dung 2-21) um 5.0 K (1.7 StdAbw) auf 19.4 °C. Vom dritthöchsten Niveau im Zeitraum 1971- 
2013 fiel sie im August mit der drittstärksten Abkühlungsrate auf das Klimanormal von 17.2 °C 
zurück (Abbildung 2-22), so dass die Lufttemperatur im JAS-Mittel (16.2 °C, 0.7 K) nur Rang 
12 erreichte. Dennoch ergab sich für die Amplitude des Temperaturgangs von Januar über Juli 
auf Dezember 2010 eine Rekordhöhe von ±21 K. Die Meeresoberflächentemperatur der DB 
unterlag im Juli einem ähnlich extremen Anstieg auf 18.4 °C; der anschließende gedämpfte 
Rückgang auf annähernd normales Niveau war jedoch erst im September abgeschlossen 
(Abbildung 2-23). 
(OND) Die atmosphärische Zirkulation im 4. Quartal glich in vielerlei Hinsicht derjenigen des 
vorausgegangenen Winters (Abbildung 2-10). Ausschlaggebend hierfür war die im Herbst 
verlauf zunehmend negative Auslenkung der Nordatlantischen Oszillation, deren Index im 
Dezember auf -3.56 abfiel und den Rekord von Dez. 2009 (-2.95) unterbot (HURREL et al. 
2013). Die damit einhergehende S-Verlagerung der Polarfront ist aus Abbildung 2-13 ersicht 
lich, zeigt sich aber insbesondere auch in extremen Häufungen von SE- und NE-Lagen auf 
Kosten von SW-Lagen (Tabelle 2-18\ Abbildung 2-4). Die übliche (wahrscheinlichste) Über 
gangsabfolge für ein (mit geeigneter Geschwindigkeit bzw. Beobachtungsfrequenz) in E- 
Richtung über die zentrale Nordsee ziehendes Tief, nämlich SW-C/W-NW (Abbildung 2-6), 
änderte sich aufgrund der S-licheren Zugbahn zu SE-C/E-NE, wie sich anhand von Luft 
druckverteilung und Übergängen im November nachvollziehen lässt (Tabelle 2-6, Tabelle 2-14). 
Auf Norderney waren die Herbsttemperaturen von 2010 und 1993 mit 5.1 °C die niedrigsten 
des Zeitraums 1971-2013. Die Lufttemperatur im Dezember (-1.2 °C) war nur 1995 (-1.4 °C) 
geringer. Der Abfall der Meeresoberflächentemperatur der DB von November auf Dezember 
(Abbildung 2-23) erreichte mit -5.0 K fast den Rekordwert von 1978 (-5.1 K). Das Dezember 
mittel von 4.5 °C fiel nur 1981 (3.9 °C) geringer aus. 
2.2.5 2011 
(JFM) Vom Rekordminimum im Dezember 2010 (-3.56) stieg der NAO-Index im Januar auf 
ein moderateres Niveau (-1.36), wechselte im Februar erstmals nach 16 Monaten in eine ent 
schieden positive Phase (1.22) und verblieb in diesem Zustand (1.04) auch im März (HURREL 
et al. 2013). Mit dieser Entwicklung ging eine Abfolge spontan wechselnder Anströmungse 
pisoden einher, aus denen insgesamt ein gewöhnlicher WSW-Wind resultierte (Tabelle 2-21). 
Besonders hervorhebenswert erscheinen die beiden vom 18. bis 30. Januar und 12. bis 
24. Februar andauernden Phasen (Tabelle 2-8), in denen arktische bzw. kontinentale Kaltluft 
einbrüche aus NNW bzw. SSE die Zufuhr milder Atlantikluft unterbanden (Abbildung 2-18). 
Die Anzahl der Sturmtage (9) lag im JFM-Quartal auf dem Niveau des 10% Quantils, für die 
Herbst-Winter Saison (02M: 15) und das Sturmjahr 2010/11 (J2J: 18) auf dem niedrigsten 
Stand seit 1970/71 (Tabelle 2-24\ Abbildung 2-20). Die Lufttemperatur auf Norderney ent 
sprach im Winterquartal (3.0 °C) und den zugehörigen Monaten den Klimanormalwerten (Ab 
bildung 2-22). Der beispiellos hohe Anstieg um 3.3 K von Dez. auf Jan. lief dem regulären 
Temperaturgang zuwider, der in dieser Zeit zu einem gegenüber Dezember um 1.5 K kälteren 
jahreszeitlichen Minimum führt. Mit 3.2 °C blieb die Meeresoberflächentemperatur der DB um 
0.5 StdAbw unter dem saisonalen klimatologischen Mittel (Abbildung 2-23). Ihre intrasaiso 
nale Entwicklung war konsistent mit der des Meerwassertransports durch den W-Rand der 
DB (Abbildung 3-10).
	        
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