Zusammenfassung
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Metalle
Wasser: Im Wasser der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) wurden in den
Jahren von 2008 bis 2011 keine Metallgehalte (Cd, Cu, Hg, Ni, Pb und Zn) gemessen, die ne
gative Auswirkungen auf die belebte Natur wahrscheinlich machen würden. Grundlage dieser
Einschätzung ist die Bewertung der gelöst vorliegenden Elementkonzentration von Cadmium,
Blei, Quecksilber und Nickel auf Basis der WRRL-Umweltqualitätsstandards AA-EQS. Die
Kupfer- und Zinkkonzentrationen wurden auf Basis der Wasserqualitätsstandards (WQS) der
US-EPA bewertet, da keine entsprechenden WRRL-QS vorliegen.
Hintergrundwerte erreichten die Metallgehalte (gelöst) der Elemente Cadmium, Quecksilber,
Nickel, Blei und Zink im offenen Meer (Salzgehalte >34). Auch in direkter Nähe zur Küste, in
Wasserkörpern mit Salzgehalten >28, wurden in keinem Fall die Effektgrenzwerte erreicht.
Allerdings ist die Bestimmung und Evaluation geeigneter Effektgrenzwerte für marine Öko
systeme nach wie vor Gegenstand der Forschung und Gegenstand der wissenschaftlichen
Diskussion.
Zwischen 2006 und 2011 zeigte die Blei-Zeitreihe im küstenfernen Wasser einen leicht aber
signifikant abnehmenden Trend, bei bereits sehr niedrigen Konzentrationen um den Hinter
grundwert.
Die räumlichen Konzentrationsverteilungen der Elemente Quecksilber, Cadmium, Blei, Kupfer
und Zink zeigen im Oberflächenwasser der Deutschen Bucht ähnliche Muster. Die Gehalte
nehmen von der Küste zur offenen See hin deutlich ab. Belastungsschwerpunkte sind die
innere Deutsche Bucht und das Elbeästuar, aber auch in den Mündungsgebieten von Weser
und Ems wurden erhöhte Konzentrationen nachgewiesen.
Cadmium, Zink und Nickel zeigen ausgeprägte Jahresgänge mit erhöhten Gehalten im Früh
jahr und Minima im Spätsommer bis Herbst. Dagegen zeigt das gelöst vorliegende Mangan
ein deutliches Maximum im Sommer, was auf Sauerstoffmangelsituationen in der Wasser
säule hinweist.
Nach heutigem Kenntnisstand geht von den gemessenen Metallbelastungen des Meerwas
sers keine Gefahr für das marine Ökosystem aus.
Sediment: Entlang der nordfriesischen Küste erreicht die Metallbelastung der Feinkornfrak
tion (<20pm) im Oberflächensediment Gehalte, die negative biologische Effekte verursachen
können. Von den sechs untersuchten Elementen (Cd, Cu, Hg, Ni, Pb und Zn) überschrei
ten Quecksilber, Zink und Blei entlang der nordfriesischen Küste den Effektgrenzwert. Zink
und Blei zeigen in der gesamten deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone erhöhte Werte,
Quecksilber nur entlang der nordfriesischen Küste bis zur Elbemündung. Eine insgesamt nied
rige Belastung wird im Gebiet der Weißen Bank festgestellt, hier erreichen die Elemente Cad
mium und Kupfer in der Feinkornfraktion des Oberflächensediments ihre Hintergrundwerte.
Signifikante zeitliche Trends, die im Zeitraum zwischen 2001 bis 2011 auf den Trendstationen
ermittelt wurden, waren alle abnehmend (Weiße Bank (Hg), Ems (Cu), deutsche Bucht (Hg)).
Quecksilber zeigte seit 2001 in nahezu der gesamten deutschen Bucht signifikant abneh
mende Trends (Ausnahme Ems).
Die Umlagerung von Sedimenten aus dem Hamburger Hafen zur Tonne E3 führte im Zeitraum
zwischen 2005 und 2010 zu einer regional begrenzten Zunahme der Metallgehalte in der Fein
kornfraktion des Oberflächensediments. Vor allem handelt es sich hierbei um die Elemente
Cadmium, Kupfer, Quecksilber und Zink. Im Jahr 2011 wurden auch hier keine über den orts
üblichen Rahmen erhöhten Metallgehalte mehr gemessen.