Metalle
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Die anderen, eher gelöst vorliegenden Elemente beschreiben Anfang der neunziger Jahre des
vergangenen Jahrhunderts einen vergleichbaren Trend, besonders ausgeprägt bei den Ele
menten Nickel und Kupfer, aber auch bei Cadmium erkennbar. Die mittleren Gehalte nahmen
mit einer gewissen Streuung bis zum Anfang des neuen Jahrtausends ab. Ein Minimum der
Cu-, Ni- und Zn-Gehalte wurden im Jahr 2001, für Cadmium 2002 gemessen. Seitdem blie
ben die Cadmiumgehalte mit gewissen Schwankungen nahe den Hintergrundkonzentrationen
auf gleichbleibend niedrigem Niveau. Besonders deutlich nahmen von 2003 bis 2007 die
Nickelgehalte kontinuierlich zu. Überlagert durch eine etwas größere Streuung, aber ebenfalls
deutlich, nahmen im selben Zeitraum die Kupfer und Zinkgehalte zu. Anschließend, von 2008
bis 2011 wurden dann wieder Konzentrationen gemessen, die denen um die Jahrtausend
wende entsprachen. Insgesamt befand sich das Konzentrationsniveau der Elemente Zn und
Cu im Jahr 2011 um den Faktor 2 bis 5 über den angenommenen Hintergrundwerten, die der
Elemente Pb, Ni, Cd und Hg nahe den Hintergrundwerten.
4.4.3.7 Bewertung Wasser
Zur Bewertung der Metallgehalte im Wasserkörper wird ein dreistufiges Bewertungssystem
angewendet, wie es in ähnlicher Form von OSPAR für die Sedimentbewertung im Rahmen
des QSR 2010 (OSPAR 2009a) verwendet wurde (Tabelle 4-6). Es wird zunächst getestet,
ob die im Wasser gemessenen Konzentrationen nahe oder gleich dem „natürlichen“ Hinter
grundwert sind. Hiermit wird die Erreichung des gleichlautenden Ziels der OSPAR-Meeres-
schutzkonvention geprüft. Ist diese Bedingung erfüllt, wird der Status als „blau“ eingestuft.
Bei Überschreitung des Hintergrundwertes wird geprüft, ob bei den gemessenen Konzentra
tionen mit negativen Effekten im Ökosystem zu rechnen ist. Hierzu wird gegen ein ökotoxiko
logisches (Effekt-) Bewertungskriterium geprüft (siehe hierzu auch Kapitel4.4.2.1). Wird dieser
Prüfwert nicht erreicht, dann wird der Status „grün“, bei Überschreiten des Prüfwertes „rot“
vergeben. Um einen einfachen Überblick zu ermöglichen, sind in Abbildung 4-69 die Vertei
lungsstatistiken der betrachteten Metallbelastungen in küstennahen (oben) und küstenfernen
Wasserkörpern (unten) in den Jahren 2010 und 2011 gemeinsam auf einer Abszisse darge
stellt, auf der auch die unterschiedlichen Bewertungsbereiche farblich gekennzeichnet sind.
Es ergibt sich ein schneller Überblick über die Lage der Belastungswerte innerhalb des drei
gliedrigen Bewertungssystems. An der rechten Abszisse jeder Einzelgrafik ist weiterhin die
Eingruppierung der Metallbelastung im letzten Bewertungsjahr (2011, Median) als Farbcode
in einem Kreis dargestellt. Dieser ist ggf. durch einen auf/abwärts gerichteten Pfeil ergänzt,
der andeutet, ob innerhalb der letzten fünf Jahre ein signifikanter zeitlicher Trend der Bela
stung nachweisbar war. Grundlage der Trendanalyse waren die mittleren Metallbelastungen
(Median) im ersten Quartal der vergangenen fünf Jahre, also im Zeitraum von 2006 bis 2011.
Richtung und Signifikanz identifizierter Trends wurden mit dem nicht parametrischen Sper-
man-Rangkorrelationsverfahren geprüft.
Tabelle 4-8 ergänzt die grafische Darstellung durch die Angabe der 2011 gemessenen Kon
zentrationen und deren Verteilung (25% und 75% Perzentile sowie Median).
Der grafische Überblick über beide Wasserkörper (28<S<30) und (S>34) in Abbildung 4-69
oben und unten zeigt, dass die Konzentrationen aller untersuchten Schwermetalle in den Jah
ren 2010 und 2011 sehr deutlich unter den verwendeten Effektgrenzwerten lagen. Im küsten
nahen Wasserkörper überschritten die Kupfer-, Nickel- und Zinkkonzentrationen aber deutlich
den Hintergrundwert, Quecksilber lag nur knapp darüber (25% der Messwerte unter dem
Hintergrundwert) und die Konzentrationen von Cadmium und Blei knapp unter dem Hinter
grundwert (75% aller Messwerte).