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Full text: 54: Nordseezustand 2008-2011

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Chemie 
Die Bedeutung der Süßwasserzuflüsse als Belastungsquelle der Deutschen Bucht ist deutlich in 
den räumlichen Konzentrationsverteilungen der gelöst vorliegenden Metallgehalte erkennbar. 
Alle Wintermessungen der Elemente Kupfer, Quecksilber und Nickel sowie Mangan, Blei und 
Zink in den Jahren 2008 bis 2011 sind in Karten (Abbildung 4-65 und 4-66) dargestellt. Die ver 
wendete Farbskala ist in allen Darstellungen gleich und zeigt in den Schattierungen von blau 
nach rot zunehmende Konzentrationen an. Die Farben repräsentieren keine Risikobewertung. 
Eine Bewertung der gemessenen Gehalte wird in Kapitel4.4.3.7 vorgenommen. 
Vor allem überwiegend gelöst vorliegende Elemente (Cu, Ni, Cd) bilden einen deutlich ausge 
prägten, über die Jahre im Wesentlichen gut reproduzierten, von der Küste zur offenen See 
hin abnehmenden Gradienten aus. 
In der Regel transportiert die Strömung Wassermassen von Westen in die Deutsche Bucht 
hinein und nach Norden aus ihr heraus. Entsprechend ist die Abflussfahne der Elbe, vom 
Mündungsbereich ausgehend, deutlich nach Norden hin ausgeprägt. In Abbildung 4-65 zeigt 
sich dies besonders durch die erhöhten Kupfer- und Nickelgehalte entlang der nordfriesischen 
Küste. Genauso ist bei diesen Elementen der Beitrag der weiter westlich gelegenen Fluss 
systeme erkennbar. Die erhöhten Gehalte entlang der niedersächsischen Küste zeigen dies. 
Die hier flacheren, weit in die Deutsche Bucht hinein reichenden Gradienten zeigen jedoch, 
dass nicht allein die Abflüsse der Weser und Ems, sondern ebenso weiter westlich liegende 
Emissionen aus dem Rhein und andere kontinentale Flusssysteme beitragen. Auch der di 
rekte Oberflächenabfluss spielt hier eine Rolle. 
Blei, als ein Element mit starker Schwebstoffaffinität, zeigt eine weniger eindeutige räumliche 
Verteilungsstruktur. Es treten an unterschiedlichen Stellen der Deutschen Bucht unvermittelt 
erhöhte Konzentrationen auf. Diese Gebiete befinden sich jedoch meist in Küstennähe im fla 
cheren Wasser. Die Vermutung liegt nahe, dass resuspendiertes kolloidales Sedimentmaterial 
im flachen Küstenstreifen in den filtrierten Proben angereichert und für die erhöhten Mess 
werte verantwortlich ist. 
Die räumliche Verteilung des Zinks hat Ähnlichkeiten mit der des Nickels und Kupfers, weist 
aber ähnlich starke Gradienten auf wie das Blei. Zink hat eine relativ große Affinität zum 
Schwebstoff, was mit dem Blei vergleichbar starke Konzentrationsgradienten erklären könnte. 
Anders als beim Blei werden vor der Emsmündung, entsprechend den dominierenden Strö 
mungsverhältnissen etwas nach Osten versetzt, deutlich erhöhte Zink-Gehalte in den filtrier 
ten Wasserproben nachgewiesen. Hier ist ein Eintrag erkennbar. 
Die Gehalte an reaktivem Quecksilber im Oberflächenwasser der deutschen AWZ zeigen vor 
allem im küstennahen Bereich und entlang der nordfriesischen Küste erhöhte Konzentra 
tionen. Die räumliche Verteilung identifiziert die Elbe als wichtige Quelle der Quecksilber 
belastung der Deutschen Bucht. Auch entlang der ostfriesischen Küste werden erhöhte 
Quecksilberkonzentrationen gemessen, allerdings deutlich weniger ausgeprägt.
	        
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