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Full text: 54: Nordseezustand 2008-2011

Metalle 
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4.4.3.3 Saisonalität der gelösten Metallgehalte 
Ähnlich wie die Nährstoffe zeigen einige Metalle in der gelösten Fraktion jahreszeitlich 
periodische Konzentrationsschwankungen. Die Ursachen hierfür können unterschiedlicher 
Natur sein. Das Spektrum der Einflussgrößen geht von rein physikalischen Prozessen, wie 
der Resuspension vom Meeresboden durch Sturmereignisse, bis hin zu Abhängigkeiten 
von biologischen Wachstums- und Remineralisierungszyklen. Grundsätzlich zeigen die 
Monitoringergebnisse eine abnehmende saisonale Abhängigkeit der gelöst vorliegenden Me 
tallgehalte mit zunehmenden Salz- und abnehmenden Schwebstoffgehalten. Die Saisonalität 
der gelöst vorliegenden Metallgehalte wurde in SCHMOLKE2013 (Seite 232ff.) detailliert be 
schrieben. Demnach lassen sich folgende jahreszeitlichen Verläufe differenzieren: 
1. Maximum gelöster Metallgehalte im Winter bis in das Frühjahr hinein, Minimum im Sommer 
und wieder zunehmende Gehalte im Flerbst. Dieses Muster zeigen vor allem die Elemente 
Cadmium und Zink, in abgeschwächter Form Nickel. Die jahreszeitlichen Profile dieser 
Elemente verhalten sich in groben Zügen parallel zu den biologischen Wachstums- und 
Remineralisierungszyklen, wie sie auch für die Nährstoffgehalte prägend sind. 
2. Ausgeprägtes Maximum im Winter und Spätherbst. Vor allem Blei zeigt diese Charak 
teristik. Anders als bei Typ 1 zeigt Blei kaum noch erhöhte Konzentrationen im Frühjahr. 
Als prägender Prozess dieses Typs kann die Resuspension kolloidalen Materials gesehen 
werden, das während der stürmischen Wintermonate vermehrt in die Wassersäule gelangt 
und dort bis ins Oberflächenwasser transportiert wird. Teile dieses Materials sind fein ge 
nug, um bei der Trennung von gelöster und schwebstoffgebundener Fraktion mit 0,45 pm 
Porenfiltern den Filter zu passieren, in das Filtrat zu gelangen und dort als „gelöst“ vorlie 
gendes Blei gemessen zu werden. 
3. Konzentrationsmaximum im Sommer. Diesen besonderen jahreszeitlichen Verlauf zeigt der 
gelöste Mangangehalt im Meerwasser. Die Ursache liegt in der vom Sauerstoffgehalt der 
Wassersäule abhängigen Manganspeziation. Mit abnehmendem Sauerstoffgehalt ver 
schiebt sich das Gleichgewicht vom wasserunlöslichem Mn 4+ (z. B. Mn0 2 ) zum gelöst 
vorliegenden Mn 2+ . Ein erhöhter, gelöst vorliegender Mangangehalt in der Wassersäule 
deutet demnach auf reduzierte Sauerstoffgehalte in der sommerlichen Wassersäule der 
Deutschen Bucht hin. 
4. Keine ausgeprägte saisonale Abhängigkeit. Zum Beispiel zeigt Kupfer im Wasserkörper 
mit Salzgehalten zwischen 30 und 32 keinen signifikanten Jahresgang. 
Quecksilber verhält sich eher ähnlich wie Cadmium, ist aber durch eine hohe Streuung der 
Messwerte überlagert, die eine eindeutige Zuordnung des Jahresganges zu einem bestimm 
ten Typus verhindert. 
4.4.3.4 Verteilungsmuster der Metallgehalte im Oberflächenwasser der Deutschen 
Bucht 
Im Kapitel 4.4.3.3 wurde kurz auf die saisonale Abhängigkeit der Metallgehalte im Wasser hin 
gewiesen. Um im jährlichen Vergleich der räumlichen Verteilungsmuster und bei der Analyse 
langjähriger Zeitreihen die Anzahl der Einflussfaktoren möglichst gering zu halten, werden in 
den folgenden das Meerwasser betreffenden Kapiteln nur Messkampagnen aus dem ersten 
Quartal des Jahres berücksichtigt, also der Zeit geringster biologischer Aktivität.
	        
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