Der Pfeil in der Abbildung deutet auf eine
markante Änderung der Säkularvariation hin, die
als „Jerk 1969“ europaweit beobachtet wurde.
Auch 1978 wurde ein Sprung -jedoch schwächer
ausgeprägt und mit entgegengesetztem Vorzei
chen - registriert. Mehrfache Richtungsänderun
gen dieser Art erschweren die Prognose der De
klination. So war man vor 1969 noch davon aus
gegangen, daß die Agone (Linie verschwinden
der Deklination) Wingst in absehbarer Zeit nicht
erreichen würde, mußte diese Vorstellung jedoch
bald wieder in Frage stellen. Nur ein stadtferner,
langfristig ungestörter Registrierbetrieb und ein
hoher apparativer Aufwand gewährleisten Voher-
sagen der erforderlichen Sicherheit.
Die erdmagnetische Kartographie hat den
Atlas der Störgebiete und die Kartei der Jahres
mittel der Observatorien und der Gebiete unsi
cherer Mißweisung wie bisher unter Berücksichti
gung des verfügbaren Materials aus Veröffentli
chungen und Schriftverkehr weitergeführt. Seit
Anfang 1992 steht die gesamte Kartei der Jahres
mittelwerte mit ca. 15 000 Datensätzen auch auf
dem Rechner (PC) in einer Datenbank zur Verfü
gung. Eingaben zur Aktualisierung der Daten
bank wurden ca. einmal pro Woche vorgenom
men.
Beiträge über Mißweisung und Störgebiete
wurden für sieben Seehandbücher geliefert. Für
83 Seekarten wurden 166 Mißweisungswerte be
rechnet und 56 Gebiete unsicherer Mißweisung
nachgewiesen. 13 Isogonenkarten wurden her
gestellt. Die Säkularvariationskarte für die Epo
che 1995 wurde entworfen.
Behörden, Firmen, Flughafenbetriebe und
Privatpersonen erhielten Auskünfte über Mißwei
sung, andere Komponenten des Erdmagnetfel
Dienste
des, deren jährliche Änderungen, die Lage der
Magnetpole und Normalfelder.
Geologischer Dienst
Die wirtschaftliche Nutzung der deutschen
Festlandssockelanteile in Nord- und Ostsee
nahm auch 1992 weiter stark zu. Damit vergrößer
te sich auch der Arbeitsumfang für die Abgabe
naturwissenschaftlich-technischer Stellungnah
men zu Anträgen und für die Kontrolle von Über
wachungsberichten.
Einen besonderen Schwerpunkt bildeten
Stellungnahmen zu folgenden Gasrohrleitungen
in der Nordsee:
Gasrohrleitung Ekofisk-Emden: Die wäh
rend der letzten Meßkampagne gewonnenen Be
richte und Daten wurden ausgewertet. Offene
Fragen konnten mit dem Betreiber geklärt wer
den. Als Ergebnis ist festzuhalten, daß in den
untersuchten Teilabschnitten keine Schäden fest
gestellt wurden.
Bei der Änderung der Überwachungsrichtli
nien Ende 1990 wurde die Leitung in einzelne
Abschnitte untergliedert, für die verschiedene Un
tersuchungsintervalle gelten. Ein Gesamtüber
blick über äußere Lage und Zustand der Leitung
soll nach jeweils 4 Jahren vorliegen. Auf Veran
lassung des BSH wurde 1992 das Langzeitüber
wachungsprogramm so umgestellt, daß der
nächste Gesamtüberblick ein Jahr früher als vor
gesehen vorliegen wird.
Zeepipe: Im Sommer ist im nordwestlichen
Teil des deutschen Festlandssockels die Erdgas
rohrleitung Zeepipe verlegt worden, die im Ge
gensatz zur Ekofisk-Emden-Leitung wegen unge
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