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Full text: 54: Nordseezustand 2008-2011

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Chemie 
in Elbe- und Rheinregime für die südliche Nordsee für die meisten polaren persistenten Stoffe 
sinnvoll und erfolgreich ist. Dabei fiel allerdings auf, dass die Zuordnung einzelner Stationen 
zu bestimmten Quellen aufgrund unterschiedlicher Strömungen zeitlich variieren kann und 
die Auswirkungen von den Quellstärken abhängig sind. Für praktisch alle Stoffe gilt, dass das 
von Südwesten in die Deutsche Bucht einströmende Nordseewasser deutlich vorbelastet ist 
(Abbildung 4-55). In der nordöstlichen Nordsee ist das Ostseewasser als eigenständige Ein 
tragsquelle identifizierbar. 
Um den Einfluss der stofflichen Eigenschaften auf die Verteilung in der Deutschen Bucht 
zu verdeutlichen, wurden in Abbildung 4-56 die Konzentrationen als %-Anteil der Stade- 
Konzentrationen dargestellt, d. h. es wird die „Verdünnung“ der Quellkonzentrationen durch 
Meerwasser in der DB dargestellt - zum Vergleich ist ferner der „Süßwasser-Anteil“ (SW) dar 
gestellt. Bei streng konservativem Verhalten müssten Süßwasser-Kurve und Herbizid-Kurven 
aufeinander liegen. Bei Kurven, die unterhalb der SW-Kurve liegen, findet - neben der Ver 
dünnung - eine zusätzliche Konzentrationsverringerung durch einen weiteren Prozess statt. 
Da die betroffenen Komponenten Irgarol und Terbutylazin bzw. Fenuron und Linuron lipo- 
philer sind als die übrigen Stoffe, könnten Adsorptions- und Sedimentationsverluste durch 
Schwebstoffe die Ursachen sein. Ebenso würden natürlich auch Abbaureaktionen diesen Ver 
lauf erklären. Bei den Kurven oberhalb der SW-Kurve müssen zusätzliche Quellen als Erklä 
rung gefunden werden. Bei dem Abbauprodukt Desethylatrazin wäre ein Abbau von Atrazin 
plausibel. Bei Simazin und Atrazin sowie Diuron und Chlortoluron ist eine Vorbelastung des 
Nordseewassers ein nachvollziehbarer Grund: die Kurven sind parallel zur Grundbelastung, 
die man im Wasser der zentralen Nordsee beobachtet (Simazin: 0,12 ng/L, Atrazin: 0,56 ng/L, 
Diuron: 0,2 g/L, Chlortoluron: 0,04 ng/L), gegenüber der SW-Kurve nach oben verschoben. 
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Abbildung 4-56: Herbizid-Konzentrationen in der Deutschen Bucht als %-Anteil der Stade Konzen 
trationen im Mai 2011. 
Figure 4-56: Concentrations of herbicides as % of concentration of Stade in May 2011.
	        
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