Organische Stoffe
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quellen, wie Elbe, Rhein, Schelde oder Themse, deren Stoffeinträge sich mit unterschiedlich
vorbelasteten Wasserkörpern (nördlicher Einstrom, Baltischer Ausstrom, Kanalwasser) ver
mischen und dabei verdünnen.
Die großen, in die südliche Nordsee entwässernden Flüsse dominieren nicht nur die Bela
stung des Meerwassers mit polaren Pestiziden, sondern üben als wichtige Frischwasser
quellen gleichzeitig erheblichen Einfluss auf die Salzgehaltsverteilung aus {Kapitel 4.1, Abbil
dung 4-2), die sich infolge hydrodynamischer Prozesse (Transport und Vermischung) einstellt.
Gelöste Stoffverbindungen, die bei ihrer Ausbreitung mit den Meeresströmungen weder che
mischen, noch biologischen Reaktionen ausgesetzt sind und auch nicht durch Adsorption an
Schwebstoffe dem Wasser entzogen werden, verhalten sich wie Meersalz: »hydrodynamisch
konservativ«. Theobald und Loewe (2009) haben den Zusammenhang zwischen polaren Her-
biziden und dem Salzgehalt ausführlich untersucht und das relativ konservative Verhalten die
ser Stoffgruppe aufgezeigt. Entsprechende Untersuchungen wurden auch mit den Daten aus
den Jahren 2008 bis 2011 durchgeführt. Es zeigte sich erneut, dass die regionale Unterteilung
Abbildung 4-55: Konzentrationsmittelwerte (2008 bis 2011) ausgewählter Herbizide im Oberflächen
wasser (5 m) der Deutschen Bucht.
Figure 4-55: Mean concentrations (2008 to 2011) of herbicides in surface water (5 m) in the German
Bight.