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Chemie
Abbildung 4-54: Konzentrationen (ng/L) ausgewählter Phenylharnstoff-Herbizide im Oberflächenwas
ser der Nordsee im Aug/Sept 2011.
Figure 4-54: Concentrations (ng/L) of selected phenylurea herbicides in near-surface sea water of the
North Sea in AugSept 2011.
Die Konzentrationsverteilungen für die zwei wichtigsten Phenylharnstoff-Herbizide Diuron
und Isoproturon sind in Abbildung 4-54 dargestellt. Das grundsätzliche Verteilungsmuster äh
nelt dem der Triazine stark; die absoluten Konzentrationen unterscheiden sich natürlich auf
grund verschiedener Eintragsmengen.
Die Phenylharnstoff-Herbizide wiesen bei den Beprobungen von 2008 bis 2011 in der Elbe
ähnlich hohe Konzentrationen auf wie die Triazine. Bei Stade und Cuxhaven wurden für Diuron
durchschnittliche Konzentrationen von 11 ng/L gefunden, gefolgt von Isoproturon mit 8,3 ng/L,
Chlortoluron (3,8 ng/L), Fenuron (1,3 ng/L) und Linuron (0,9 ng/L). Trotz dieser hohen Quell
konzentrationen wurden in der offenen See meist nur sehr geringe Werte von unter 0,1 ng/L
gemessen. In allen Gebieten war Diuron die Komponente mit den höchsten Konzentrationen.
Dagegen konnten in Küstennähe meist alle Stoffe gut nachgewiesen und bestimmt werden.
Ähnliches gilt für die drei Phenoxyessigsäure-Herbizide, die hauptsächlich küstennah gefunden
wurden. In der Elbe (Stade) wurden MCPA und Mecoprop mit mittleren Konzentrationen von
4,8 ng/L bzw. 4,6 ng/L beobachtet, während 2,4-D (2,0 ng/L) und Dichloprop (1,5 ng/L) deutlich
geringere Mittelwerte aufwiesen. In der äußeren Deutschen Bucht wurden für MCPA und Meco
prop nur noch Konzentrationen von 0,01 ng/L bis 0,04 ng/L beobachtet, während die anderen
Verbindungen meist unter der Bestimmungsgrenze lagen (< 0,01 ng/L bis 0,02 ng/L).
Die geographischen Verteilungen der polaren Herbizidgehalte sind einander sehr ähnlich und
zeichnen sich durch starkes Gefälle von der kontinentalen Küste zur offenen See aus {Ab
bildung 4-53 bis 4-54). Die regional unterschiedliche Ausprägung dieser Konzentrationsgra
dienten ist dabei wesentlich abhängig von der variablen Quellstärke bedeutender Punkt