Organische Stoffe
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4.3.5.1 Herbizidgehalte des Meerwassers
Da die Elbe die stärkste Quelle für Schadstoffeinträge in die Deutsche Bucht und südöstliche
Nordsee darstellt, wurden Proben aus dem Elbeästuar in die Untersuchung einbezogen. Die
dort beobachteten Konzentrationsbereiche sind in Abbildung 4-51 zusammengefasst. Der
Pestizideintrag und demzufolge die Pestizidkonzentrationen des Wassers unterliegen er
heblichen jahreszeitlichen Schwankungen, die aus der saisonalen Anwendung der einzelnen
Wirkstoffe resultieren (siehe Kapitel 4.3.5.2).
Von 42 analysierten Pestiziden waren in der Elbe 26 nachweisbar; 23 davon wurden auch
küstennah in der Deutschen Bucht angetroffen, während in der offenen See noch 17 Stoffe
gefunden wurden (Abbildung 4-52). Aus allen drei Hauptstoffklassen der Herbizide - näm
lich Phenylharnstoffe, Triazine und Phenoxyessigsäuren - wurden mehrere Vertreter im ng/L-
Konzentrationsbereich im Seewasser nachgewiesen. Die am häufigsten und in höchsten
Konzentrationen angetroffenen Vertreter der Phenylharnstoffe waren Diuron und Isoproturon.
Von den Triazin-Herbiziden wurden vor allem Atrazin, Terbutylazin und Simazin gefunden,
während unter den Phenoxyessigsäuren MCPA und Mecoprop in höchsten Konzentrationen
vorkamen. Von den übrigen Herbizidklassen wiesen Bentazon, Metazachlor und Metolachlor
relativ hohe Konzentrationen auf.
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Triazine- Phenylurea- Phenoxy- Other Herbicides
Abbildung 4-51: Herbizid-Konzentrationen in der Elbe bei Stade (2008 bis 2011).
Figure 4-51: Herbicide concentrations in the river Elbe at Stade (2008 to 2011).
Aus Abbildung 4-52 wird deutlich, dass in der Deutschen Bucht die Konzentrationen im
Küstenbereich um den Faktor 10, in der Hohen See etwa um den Faktor 100 abnehmen.