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Full text: 54: Nordseezustand 2008-2011

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Chemie 
4.3.4.3 Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe 
Die PAK sind einander zwar strukturell ähnlich, unterscheiden sich jedoch in ihren physi 
kalischen, chemischen und toxikologischen Eigenschaften erheblich. Unter den PAK finden 
sich sowohl relativ flüchtige Vertreter wie Naphthalin, als auch schwerflüchtige Homologe. 
Ebenso gibt es relativ gut wasserlösliche, aber auch stark lipophile Verbindungen in dieser 
Schadstoffklasse (log K ow Bereich von 3,3-8,0). Unterschiedliche Konzentrationsverteilungen 
sind sowohl in der Verschiedenheit physikalisch-chemischer Eigenschaften als auch durch 
unterschiedliche Eintragspfade begründet. 
4.3.4.3.1 PAK-Gehalte des Meerwassers 
Eine Dokumentation der Konzentrationsverteilungen und Verhaltensweisen aller vom BSH 
überwachten PAK würde den Rahmen dieses Berichts sprengen. An anderer Stelle wurden 
deshalb Cluster- und Regressionsanalysen durchgeführt (LOEWE et al. 2006, THEOBALD 
und LOEWE 2009), die Aufschluss über ähnliches und eigenständiges Verhalten gaben und 
so eine sinnvolle Auswahl von PAK-Verbindungen erleichterten. Die nachfolgende Untersu 
chung konzentriert sich daher auf wenige typische Verbindungen, nämlich Naph, Fl, Phen, Flu 
und BaP, die sich entweder sehr eigenständig oder repräsentativ verhalten. 
Tafel 4-5: Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) 
Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK, engl. PAH) sind organische Verbindungen, die aus zwei oder mehreren 
kondensierten, aromatischen Ringen bestehen. Von den Hunderten PAK, die bisher in der Umwelt nachgewiesen wurden, 
wird nur eine begrenzte Auswahl für Überwachungsuntersuchungen herangezogen. PAK sind als reine Kohlenwasserstoffe 
wenig wasserlöslich, zeigen eine hohe Affinität zu festen Oberflächen und werden an Schwebstoffen, Sedimenten und in Bio- 
ta stark angereichert. Sie entstehen bei allen unvollständigen Verbrennungsprozessen von organischem Material (Holz, Kohle, 
Benzin, Öl) und sind ferner im Steinkohlenteer und im Erdöl vorhanden. PAK gelangen nicht ausschließlich aus anthropo 
genen Quellen in die Umwelt, denn sie entstehen beispielsweise auch bei natürlichen Verbrennungsprozessen (Waldbrände). 
Einige PAK lösen Krebserkrankungen aus. Wegen der hohen Expositionswahrscheinlichkeit und ihres ubiquitären Vorkom 
mens gelten sie als prioritär gefährliche Umweltkanzerogene. Mengenmäßig sind sie wohl die bedeutendste Schadstoffklas 
se überhaupt. 
In die Meeresumwelt werden sie hauptsächlich direkt aus der Luft und über die Flüsse eingetragen. Aufgrund ihrer hohen Affi 
nität zu Schwebstoffen beobachtet man sehr starke Konzentrationsgefälle von den Flussästuaren und Küsten (hohe Schweb 
stoffgehalte) zur offenen See hin (geringe Schwebstoffgehalte). 
+Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die routinemäßig im BSH bestimmt werden: 
Naphthalin 
Acenaphtylen Acenaphthen 
Fluoren 
Anthracen 
Phenanthren 
Naph EPA 
Acy EPA 
Ace epa 
Fl EPA 
Ant EPA 
Phen epa
	        
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