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Chemie
Tafel 4-3: Lipophile Chlorkohlenwasserstoffe (CKW)
CI
1
^CI
cT
Ul
^Cl
Hexachlorbenzol (HCB) wurde als Weichmacher und Flammschutzmittel für Kunststoffe und
Schmiermittel, vor allem aber als Fungizid in Holzschutzmitteln angewandt; ferner gelangt es bei
der Herstellung von Lösungsmitteln und beim Verbrennen chlorhaltiger Produkte in die Umwelt. Her
stellung und Weiterverarbeitung wurden in Deutschland 1993 eingestellt, Emissionen fallen jedoch
immer noch aus der Hausmüllverbrennung und anderen Verbrennungsprozessen sowie bei der CKW-
Herstellung an.
Polychlorierte Biphenyle (PCB) stellen eine Verbindungs-Klasse dar, die aus 209 Isomeren und homologen Vertretern (Kon-
generen) besteht. PCB wurden seit Ende der 1920er-Jahre industriell in großen Mengen hergestellt. Aufgrund ihrer che
mischen Eigenschaften wurden sie in den unterschiedlichsten Bereichen verwendet, z. B. als Kühl- und Isolierflüssigkeiten in
Transformatoren, als Weichmacher für Lacke und Klebstoffe sowie als Hydraulikflüssigkeiten und Wärmeüberträgeröle. Der
Einsatz der PCB ist seit 1976 durch verschiedene Gesetze und Richtlinien stark eingeschränkt. In Deutschland werden PCB
seit 1983 nicht mehr produziert, international wurde 1989 ein Produktionsverbot ausgesprochen. Aktuelle Quellen für PCB
sind jedoch nach wie vor alte Anlagen und Geräte.
PCB sind giftig und zeigten im Tierversuch krebserregende Wirkung. Im tierischen Organismus werden sie kaum abgebaut,
sondern reichem sich zu hohen Konzentrationen an. In der Übersicht sind einige der wichtigsten PCB-Kongenere dargestellt.
Dichlordiphenyl-trichlorethan (DDT) ist ein Insektizid, das seit den 1930er Jahren in der Land- und Forstwirtschaft zur Be
kämpfung von Schadinsekten eingesetzt wurde. Seine Anwendung wurde in der BRD 1972 und in der ehemaligen DDR 1988
verboten. In einigen Entwicklungsländern wird DDT nach wie vor zur Malariabekämpfung angewandt. Über die Atmosphäre
und den Import von Agrarprodukten gelangt DDT auch weiterhin nach Europa. Neben den Konzentrationen des Hauptisome
ren p,p’-DDT werden meistens auch diejenigen der Hauptabbauprodukte p,p’-DDE und p,p’-DDD bestimmt.
CCI 3 CHCI 2
p,p’- DDT p,p’- DDD
CCI 2
p,p’- DDE
Im Mai 2010 sanken beispielsweise die HCB-Konzentration von Stade (293,0 pg/L) über Cux
haven (55,0 pg/L) bis zur Station >Eider< (8,7 pg/L) in der inneren Deutschen Bucht um mehr
als eine Größenordnung. Die Abnahme ist stärker als der reine Verdünnungseffekt durch die
Vermischung des Flusswassers mit dem Nordseewasser und ist auf eine starke Affinität der
unpolaren CKW zum Schwebstoff zurückzuführen. Die Sedimentation von Schwebstoffen
führt zu einer raschen Reduktion der Konzentrationen in der Wassersäule. Im Küstenwasser