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Full text: 54: Nordseezustand 2008-2011

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Chemie 
Die unterschiedlichen Hintergrundbelastungen für die einzelnen Isomere in der Nordsee und 
Deutschen Bucht ermöglichen über die Bestimmung der Isomerenverhältnisse Aussagen zu 
Quellen und Wassermassen. 
Alle drei Isomere werden durch die Elbe eingetragen; diese ist damit eine deutliche Be 
lastungsquelle für die Deutsche Bucht. In Abbildung 4-31 sind die Konzentrationsbereiche 
der HCH-Isomere im Elbewasser an der Süßwassergrenze (STADE) und im Ästuarbereich bei 
Cuxhaven (MEDEM) dargestellt. Der Vergleich mit anderen chlorierten Kohlenwasserstoffen 
(CKW) zeigt, dass die HCH in deutlich höheren Konzentrationen vorliegen als die anderen, 
mehr lipophilen CKW (s. Kapitel 4.3.3). Durch die Abnahme der a- und -y-HCH Konzentra 
tionen in den letzten Jahren haben sich die Isomeren-Verhältnisse in der Elbe deutlich ver 
schoben: Inzwischen liegen dort das 7- und das 8-HCH auf einem ähnlichen Niveau; bisher 
war das 8-HCH nur von untergeordneter Bedeutung gewesen. Das heißt, das eigentliche In 
sektizid Lindan (7-HCH) weist nur noch einen Anteil von 10 bis 15% der Gesamt-HCH Menge 
auf, obwohl es das einzige in Europa noch zugelassene Isomer ist. Die technischen Neben 
bestandteile a- und ß-HCH liegen auf deutlich höherem Level (ca. Faktor 3). Der Grund hierfür 
liegt in noch immer stattfindenden Einträgen aus Altlasten, die vor allem aus dem Mittellauf 
der Elbe (Region Saale, Mulde) stammen. 
4.3.2.1 HCH-Gehalte des Meerwassers 
Räumliche Verteilung der HCH-Isomeren 
Die Konzentrationsverteilungen von a-, ß- und -y-HCH (Lindan) in der Deutschen Bucht wie 
sen für die 11 Beprobungen des Untersuchungszeitraums eine recht hohe Variabilität auf; 
die Variationskoeffizienten lagen in Küstengewässern (Salzgehalt <32) mit einem Bereich von 
26 % 7-HCH) bis 76 % (ß-HCH) etwas höher als in der offenen See (33 % bis 43 %). In Ab 
bildung 4-32 sind die Mediane und Schwankungsbreiten auf den einzelnen Stationen zusam 
menfassend dargestellt. Die Median-Konzentrationen in der inneren Deutschen Bucht lagen 
im Untersuchungszeitraum für a-HCH bei 50 pg/L, für ß-HCH bei 67 pg/L, für -y-HCH bei 
77 pg/L und für 8-HCH bei 15 pg/L. Zwischen den einzelnen Stationen variieren die Konzen 
trationen erheblich. 
2008-2011 STADE 
2008-2011 MEDEM 
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Abbildung 4-31: Konzentrationsverteilung der chlorierten Kohlenwasserstoffe (CKW) in der Elbe bei 
Stade und Cuxhaven für den Zeitraum 2008 bis 2011; (Box Plot: der Kasten (Box) umfasst die mittleren 
50% der Daten, der Medianwert ist als horizontale Linie dargestellt, die vertikalen Spitzen repräsentie 
ren den 1,5 Interquartil-Bereich der unteren bzw. oberen Quartile). 
Figure 4-31: Concentration of chlorinated hydrocarbons (CKW) in the river Elbe at Stade and Cuxhaven 
from 2008 to 2011; (Box plot: the box represents the middle 50 % of the data; the horizontal line shows 
the median; the vertical lines represent the 1.5 interquartil ranges of the lower and upper quartils).
	        
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