Organische Stoffe
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Die Schadstoffkonzentrationen im Sediment werden einmal pro Jahr an 13 Stationen in der
Deutschen Bucht bestimmt. Die Bewertung der räumlichen Schadstoffverteilung ist aller
dings schwierig, da die Konzentrationen nicht nur von speziellen, lokalen Belastungsfaktoren
abhängig sind, sondern sehr stark von Sedimenteigenschaften wie dem TOC-Gehalt (>Total
Organic Carbon<) beeinflusst werden. Insbesondere beim Fehlen intensiver lokaler Quellen
sind die Sedimentparameter entscheidend für die Anreicherung von Schadstoffen und deren
Konzentration im Sediment. Um diesen Einfluss auszugleichen, wird auf den TOC-Gehalt
der Sedimente normiert. Im Folgenden werden die Konzentrationen daher sowohl auf die
Trockenmasse (TM), als auch auf den TOC-Gehalt bezogen angegeben.
Die geographische Verteilung des TOC-Gehalts des Sediments in der Deutschen Bucht ist in
Abbildung 4-30 dargestellt. Die TOC-Gehaltsverteilung lässt sich nach drei Belastungsgrup
pen klassifizieren, welche über die Konzentrationsintervalle 7,1-26 mg/g (rot), 1,6-7,0 mg/g
(gelb) und < 0,4-1,5 mg/g (grün) definiert sind (Mittelwerte der Jahre 2008 bis 2011).
Nachfolgend werden die aus den Schadstoffbeprobungen gewonnenen Ergebnisse doku
mentiert und mit denen früherer Jahre verglichen um Entwicklungstendenzen aufzuzeigen.
Ferner liefern Strukturen und Muster in räumlichen Schadstoffverteilungen Flinweise auf Ein
tragsquellen sowie zu Ausbreitung und Verbleib solcher Stoffe im Meer. Die Unterteilung des
Kapitels orientiert sich an Schadstoffgruppen, die hinsichtlich Meerwasserbelastung und
Sedimentkontamination weiter untergliedert bzw. behandelt werden.
4.3.2 Hexachlorcyclohexan-Isomere
Hexachlorcyclohexan-Isomere (HCH) wurden über Jahrzehnte in großen Mengen in die Um
welt eingetragen, sodass auch im Meer eine ubiquitäre Grundbelastung beobachtet wird.
Aufgrund ihrer relativ polaren Eigenschaften (log K ow Werte: 3,6 bis 3,9) liegen die HCH haupt
sächlich in der Wasserphase vor und verhalten sich relativ konservativ. Nur ein Anteil von ca.
10 % des in der Wassersäule vorhandenen HCFI ist an Schwebstoffen gebunden.