Nährstoffe
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4.2.8 Chlorophyll-a Gehalte in der Nordsee
4.2.8.1 Jahreszeitlicher Verlauf der Chlorophyll-a Konzentration an der Station HELGO
In den Jahren 2008 bis 2011 wurden vom Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde
(IOW) im Auftrag des BSH an definierten Stationen in der Deutschen Bucht während der BSH-
Untersuchungsfahrten Chlorophyllproben analysiert.
Abbildung 4-27 stellt exemplarisch in situ Daten im Vergleich zu Fernerkundungsdaten (Ocean
Colour Sensor MERIS) an der Station HELGO dar. Die Satellitendaten wurden von Brock
mann Consult im Rahmen des ESA Projektes MARCOAST aufbereitet und zur Verfügung ge
stellt. Die gemeinsame Darstellung ermöglicht einerseits eine Validierung der über definierte
Algorithmen ausgewerteten Fernerkundungsdaten mit im Labor analysierten in situ Daten.
Andererseits können durch die Ergänzung mit Satellitendaten Chlorophyll-Jahresgänge er
stellt und somit auch Chlorophyllmaxima erkannt werden.
Während im Jahr 2008 über die Satellitendatenauswertung kein Chlorophyll-Maximum an
der Station HELGO erkennbar ist, liegen im Jahr 2009 zwei Maxima Mitte April und Anfang
August vor. Selbst im Dezember ist noch ein leichter Anstieg der Chlorophyll-a Konzentration
zu beobachten.
Im Jahr 2010 ist ein deutliches Maximum in der zweiten Aprilhälfte zu beobachten, welches
später als 2009 auftritt, da die Wassertemperaturen im April 2010 noch unter denen des Vor
jahres lagen.
Im Jahr 2011 entwickelt sich ebenfalls im April ein Chlorophyllmaximum, das in der Größen
ordnung des Frühjahrsmaximums 2009 liegt. Interessant ist ein Vergleich der Chlorophyll
entwicklung an der Station HELGO mit der zeitlich hochaufgelösten Nährstoffentwicklung
an der Messnetzstation UFS Deutsche Bucht (Abbildung 4-19). Die Stationen liegen zwar
ca. 25 Seemeilen auseinander, die Wasserkörper müssten zu dieser Zeit jedoch vergleich
bar sein. Die aufgenommenen Phosphat- und Silikatkonzentrationen sinken deutlich mit dem
Anstieg der Chlorophyllkonzentrationen, während die Nitratkonzentration langsam abnimmt.
Sowohl die löslichen Phosphate als auch die Silikate sind durch die Frühjahrsblüte verbraucht
und werden erst durch Remineralisierungsprozesse langsam wieder freigesetzt. In den Folge
monaten Juli, August und Anfang September treten kleinere Chlorophyllmaxima auf, die sich
durch remineralisierte Nährstoffe erneut entwickeln können.