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Full text: 54: Nordseezustand 2008-2011

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Chemie 
4.2.6 Langzeitliche Entwicklung des pH-Wertes in der DB 
Ein großer Teil (ca. 30 %) des durch menschliche Aktivitäten und durch natürliche Prozesse entste 
henden Kohlendioxids gelangt in die Ozeane und erhöht dadurch die Konzentration an gelöstem 
C0 2 , Hydrogencarbonat-Ionen (HC0 3 ~), Carbonat-Ionen (C0 3 2 ') und H + -lonen im Meerwasser. 
Der in der Umwelt kontinuierlich steigende C0 2 -Gehalt und somit die Zunahme an Wasser 
stoffionen im Meerwasser kann daher zur Verringerung des pH-Wertes führen und sich ne 
gativ auf die Meeresumwelt (z. B. Planktonwachstum) auswirken. Verschiedene Studien ge 
hen von einer Abnahme des pH-Wertes in den Weltmeeren seit der Industrialisierung um ca. 
0,1 Einheiten aus (UBA, 2009). Mit einer weiteren Abnahme des pH-Wertes ist zu rechnen. 
Neben der Überwachung der Nährstoffe wird daher auch der pH-Wert regelmäßig in der AWZ 
untersucht. Der pH-Wert spiegelt einerseits das biologische Geschehen wider (Anstieg des 
pH-Wertes durch Planktonblüten), andererseits können Gewässerverunreinigungen erkannt 
(z. B. Dünnsäureverklappung) und Auswirkungen des Klimawandels identifiziert werden. 
Die Abbildung 4-11 zeigt die räumliche Verteilung des pH-Wertes in der Deutschen Bucht im 
Januar/Februar 2008 bis 2011. Die winterlichen pH-Werte liegen zwischen 8,0 und 8,2, da zu 
dieser Zeit die biologische Aktivität sehr gering und die Remineralisierung fast abgeschlossen ist. 
Der jahreszeitliche Verlauf der pH-Werte, dargestellt in Abbildung 4-23, zeigt, dass auch bio 
logische Einflüsse zur Veränderung des pH-Werts führen. So steigen die pH-Werte während der 
Planktonentwicklung an und nehmen während der Remineralisierungsprozesse wiedereder ab. 
Auch steigende Wassertemperaturen können sich auf die Höhe des pH-Wertes auswirken. 
Zur Diskussion der langzeitlichen Entwicklung der pH-Werte in der Deutschen Bucht von 1990 
bis 2011 wurden die jeweiligen Jahresmittelwerte gebildet und in Abbildung 4-24 dargestellt. 
Trotz jahreszeitlicher Schwankungen (Abbildung 4-23) und interannueller Unterschiede zeich 
net sich ein abnehmender Trend bei der pH-Wert Entwicklung in der Deutschen Bucht ab. Die 
ständig steigende Kohlendioxidbelastung, verursacht durch Industrie und Verkehr, führt zu einer 
weiteren Abnahme der pH-Werte im Meerwasser. Negative Auswirkungen auf die Meeresum 
welt, wie z. B. negative Einflüsse auf das Korallen- und Diatomeenwachstum sind die Folge. In 
dem vom BMBF geförderten Projekt BIOACID werden in Deutschland vom IOW und IFM GEO- 
MAR biologische Auswirkungen auf die Meeresumwelt untersucht (www.bioacid.de). 
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Abbildung 4-23: Jahreszeitlicher Verlauf der pH-Werte in der Deutschen Bucht zwischen Januar 1990 
und August 2011. 
Figure 4-23: Seasonal pH-data in the German Bight from January 1990 to August 2011.
	        
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