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Full text : Nordseezustand 2008-2011 (BSH-Berichte, Nr. 54)

Nährstoffe

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und  organischen  Stickstoffverbindungen.  Während  ein  Großteil  der  löslichen  Stickstoffkomponenten
  durch  Remineralisierung  der  Wassersäule  wieder  zugeführt  wird,  lagert  sich  das
freiwerdende  Phosphat  u.  a.  als  Eisen(lll)komplex  am  Meeresboden  ab  und  wird  erst  durch
steigende  Temperaturen  und  bei  vorherrschenden  anoxischen  Verhältnissen,  meist  im  Spätsommer/Herbst, ­
  wieder  als  lösliche  Eisen(ll)Verbindung  freigesetzt  (VAN  BEUSEKOM  et  al.
1999).  Ein  Teil  des  Phosphats  wird  auch  als  Calcium-Apatit  im  Sediment  eingelagert  und  steht
dem  Phosphatkreislauf  viele  Jahre  nicht  zur  Verfügung.
Die  winterlichen  Silikatkonzentrationen  unterliegen  von  Jahr  zu  Jahr  starken  Änderungen.
Während  die  Ergebnisse  von  1993  bis  1996  im  Bereich  des  Vergleichswertes  von  1936
(18,5  pmol/L)  liegen,  wird  dieser  Wert  in  den  Folgejahren  deutlich  überschritten.
Insgesamt  hat  sich  die  Nährstoffsituation  gegenüber  derjenigen  der  Vorjahre  nur  im  Rahmen
der  natürlichen  Variabilität  verändert.  Die  im  Winter  durch  Algenwachstum  kaum  beeinflussten
Phosphatgehalte  liegen  in  der  zentralen  Nordsee  und  in  der  mittleren  Deutschen  Bucht  auf
dem  Vergleichsniveau  von  1936,  im  Küstenbereich  etwas  darüber.  Die  Gesamtphosphorkonzentration ­
  befindet  sich  im  Küstenbereich  deutlich  über  dem  angestrebten  Orientierungswert.
Die  Konzentrationen  der  Stickstoffverbindungen  sind  zwar  seit  einigen  Jahren  rückläufig;
diese  Verbindungen  leisten  jedoch  nach  wie  vor  den  höchsten  Beitrag  zur  Gesamtnährstoffbelastung. ­
  Silikatkonzentrationen  sind  durch  industrielle  und  landwirtschaftliche  Aktivitäten
kaum  beeinflusst,  sodass  zwischenjährige  Schwankungen  biologische  und  auch  geologische
Veränderungen  anzeigen.

4.2.5  Bewertung  der  Nährstoffsituation  in  der  Deutschen  Bucht
4.2.5.1  Bewertungsgrundlage
Im  Rahmen  der  BLMP  -  Arbeitsgruppe  Wasserrahmenrichtlinie  (WRRL)  wurde  im  November ­
  2006  ein  Papier  „Eutrophierung  in  den  deutschen  Küstengewässern  von  Nord-  und  Ostsee“ ­
  verabschiedet,  in  dem  Hintergrund-  und  Orientierungswerte  für  Nährstoffkonzentrationen ­
  in  Übergangs-  und  Küstenwassertypen  und  für  die  Deutsche  Bucht  angegeben  sind
(BROCKMANN  et  al.  2007).  Die  Orientierungswerte,  die  zur  Diskussion  und  Bewertung  der
vorliegenden  Nährstoffergebnisse  heran  gezogen  werden,  berechnen  sich  aus  den  Hintergrundwerten, ­
  die  gemäß  den  Verfahren  von  OSPAR  und  HELCOM  mit  einem  Aufschlag  von
50  %  versehen  werden.  Daraus  ergibt  sich  bei  einem  Salzgehalt  von  28-34,5  für  die  löslichen
anorganischen  Stickstoffverbindungen  (DIN)  ein  Orientierungswert  von  11-12  pmol/L  und  für
Phosphat  (DIP)  ein  Orientierungswert  von  0,6  pmol/L.  Für  TN  wird  ein  Orientierungswert  von
17-18  und  für  TP  ein  Wert  von  1-1,1  pmol/L  festgelegt.

4.2.5.2  Bewertung  2011
Die  in  diesem  Bericht  durchgeführte  Bewertung  der  Nährstoffsituation  in  der  Deutschen  Bucht
bezieht  sich  auf  Winterkonzentrationen,  die  auf  definierte  Salzgehalte  normiert  wurden.  Die
Ergebnisse  sind  von  Jahr  zu  Jahr  vergleichbar,  da  sie  im  Winter  zur  Zeit  geringster  biologischer
Aktivität  und  fast  abgeschlossener  Remineralisierung  aufgenommen  wurden.  Die  salzgehaltnormierten ­
  Ergebnisse  werden  mit  o.  g.  Orientierungswerten  verglichen  und  diskutiert.
Für  die  löslichen  Stickstoffverbindungen  (DIN)  wurde  im  Winter  2011  für  einen  Salzgehalt  30
(küstennaher  Bereich)  eine  mittlere  Konzentration  von  34,6  pmol/L  berechnet.  Dieser  Wert  liegt
noch  deutlich  über  dem  Orientierungswert  von  12  pmol/L.  Die  für  die  offene  Deutsche  Bucht
(S  =  34)  berechnete  mittlere  Konzentration  von  6,8  pmol/L  hat  inzwischen  den  Orientierungswert ­
  erreicht.  Ähnliche  Ergebnisse  ergeben  sich  für  die  Gesamtstickstoffkonzentrationen.  Für
            
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