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Chemie
Silikat gelangt durch Verwitterungsprozesse sowie durch Abbau sedimentierter Kieselalgen in
die Wassersäule. In den Jahren 2009 und 2010 liegen die Konzentrationen unter denen der
Vergleichsjahre. Die zu dieser Zeit vorherrschenden niedrigen Wassertemperaturen beeinflus
sen die temperaturabhängigen Remineralisierungsvorgänge und verlangsamen die Abbau
prozesse (Abbildung 4-14).
Abbildung 4-14: Silikat-Verteilungsmuster (gmol/L) im bodennahen Wasser der Deutschen Bucht Feb
ruar 2008 bis Januar 2011.
Figure 4-14: Geographical distributions (pmol/L) of silicate in bottom sea water of the German Bight in
February 2008 to January 2011.
Die Abweichung der aus Nitrit+Nitrat und Phosphat berechneten Redfield-Verhältnisse
(Abbildung 4-15) vom natürlichen Redfield-Verhältnis N/P=16 ist auch im Winter 2008 bis
2011 in den Küstengewässern unverändert hoch. Nur in wenigen Bereichen der mittleren
Deutschen Bucht liegen natürliche Werte vor (REDFIELD 1934). Nach wie vor kennzeichnet
ein Ungleichgewicht der Nährstoffkonzentrationen die Eutrophierungsproblematik in der AWZ
(Ausschließliche Deutsche Wirtschaftszone). Hohe Stickstoffkonzentrationen im küstennahen
Bereich, verursacht durch hohe Einträge über die Flüsse und die Atmosphäre (Industrie,
Schifffahrt), im Verhältnis zu niedrigen Phosphatkonzentrationen führen zu Werten bis 55,4.
Diese aus dem natürlichen Gleichgewicht gelangten Redfield-Verhältnisse können Stoffwech
selstörungen (-> toxische Algen) und Artenverschiebungen (Diatomeen -> Dinoflagellaten) zur
Folge haben.