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Full text: 54: Nordseezustand 2008-2011

Einführung 
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4.1 Einführung 
Sieglinde Weigelt-Krenz, Norbert Theobald 
Der Stoffhaushalt im Meer wird einerseits durch natürliche Prozesse und Gleichgewichte 
bestimmt, wird aber auch durch menschliche Aktivitäten wie Landwirtschaft, Industrie und 
Verkehr belastet. Eine zunehmende Nutzung der Meere durch steigenden Schiffsverkehr 
und neue marine Industrien wie Offshore-Windenergie und Öl-/Gasförderung führen zu einer 
zusätzlichen Belastung des marinen Ökosystems. 
Viele der freigesetzten und in die Nordsee gelangenden Elemente und Verbindungen werden 
nur schwer abgebaut. Sie lagern sich am Sediment an oder werden nur langsam aus der 
marinen Umwelt entfernt. Diese Stoffe können aber auch in marinen Lebewesen angereichert 
werden und potenzieren sich durch Akkumulationsprozesse in der marinen Nahrungskette. 
In der 2008 verabschiedeten EU-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) wird ein erstre 
benswerter guter Umweltzustand formuliert, der durch die Entwicklung geeigneter Strate 
gien und Maßnahmen erreicht werden soll. Wesentliche Grundlage und Voraussetzung für 
die Definition und Überprüfung dieser Ziele sind langzeitlich erhobene hydrographische und 
chemische Daten, die vom BSH routinemäßig im Rahmen der Meeresumweltüberwachung 
erhoben werden. Die Beprobung des Meerwassers und des Meeresbodens (Sediment) erfolgt 
dabei an festen geographischen Positionen eines Stationsnetzes, welches 2004 erweitert und 
vereinheitlicht wurde (Abbildung 4-1). Die in den Jahren 2008 bis 2011 durchgeführten Über 
wachungsfahrten und dabei erhobenen Datensätze zur Charakterisierung und Bewertung des 
chemischen Zustands sind in Tabelle 4-1 zusammengestellt.
	        
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