Temperatur
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Schlussfolgerung
Wenn die Eisbildung früh beginnt, bedeutet das nicht, dass der Eiswinter stark oder sehr
stark sein muss. Auch die Eissaison 2010/11 wird trotz sehr frühen Beginns als ein mäßiger
Eiswinter klassifiziert.
Die historische Entwicklung der Stärke der Eiswinter an der Nordseeküste ist in der Abbil
dung 3-34 dargestellt.
Abbildung 3-34: Verteilung der flächenbezogenen Eisvolumensumme an der deutschen Nordseeküste
seit 1897.
Figure 3-34: Distribution of accumulated areal ice volume on the German North Sea coast since 1897.
In den letzten 51 Jahren (Zeitraum von 1961 bis 2011) gab es in der Nordsee 26 (51 %) sehr
schwache bis schwache, 17 (33.3 %) mäßige, 4 (8 %) starke und 4 (8 %) sehr starke bis ex
trem starke Eiswinter. Im Vergleich zu der 115-jährigen, in der Abbildung 3-34 dargestellten
Periode, ist eine Abnahme der extrem starken und sehr starken Eiswinter bei gleichzeitiger
Zunahme der eisarmen Winter festzustellen. Ähnlich zeigt sich die Entwicklung der Eisver
hältnisse in der westlichen Ostsee (SCHMELZER et al. 2012). Aber obwohl gegenwärtig eine
Tendenz zu milderen Eiswintern besteht, ist im Bereich der westlichen Ostsee und der Nord
see auch in Zukunft mit dem Auftreten von starken bis extrem starken Eiswintern zu rechnen
(VAVRUS et al. 2006; KODRA et al. 2011).